Wäis Kiani zwängt sich auch mal gerne in unmodische Rennanzüge
Nein, diese Rallye ist mir zu krass. Mit lauter fremden Kerlen würde ich mich noch schlimmer langweilen als sonst. Ich sage höflich ab.
"Ich bin doch jetzt Rennfahrerin"
Der nette Stefan lacht und schickt mir Bilder von einem roten Lancia, der auf Kühlerhaube und Türen mit den Lettern WK beschmiert ist, darunter: Amann Nähgarne. Damit habe ich nicht gerechnet. Es sieht wundervoll aus und sehr, sehr schnell. Ich sage sofort zu und schicke meine Maße (92-65-92) hinterher, für den maßgeschneiderten Trainingsoverall.
In der Nacht vor der Rallye plagen mich Albträume. Der Trainingsanzug kneift mich hinten in den Po und geht vorn nicht zu. Die Damen in meinem Blog-Salon sind der Meinung, ich müsse vor und nach dem Rennen High Heels und Minirock tragen wie die Girls im Pirelli-Kalender, aber ich glaube ihnen zum Glück nicht. In Koblenz warten am Bahnhof zwei Rallyebrüder von Stefan auf mich. Frank und Nikolai. "Wie groß ist Ihr Koffer?", hat mich Niko zuvor am Telefon gefragt. "Sehr klein, wieso?" "Na, weil Sie doch aus der Modebranche sind, Hutschachteln und so." Ich muss grinsen. "Nee, keine Sorge, das ist vorbei, ich bin doch jetzt Rennfahrerin."