Shah Rukh Khan in "Don2 - Das Spiel geht weiter"
Mittlerweile werden die Massenaufläufe fast zur Routine. Zumal Khan im vergangenen Winter einige Szenen seines aktuellen Films in Berlin gedreht hat. "Hier ist es sehr kalt, aber ich spüre die Wärme vieler deutscher Körper, da ich ständig umarmt werde", scherzte Khan. Dass allein war nicht der Grund dafür, dass die Wahl auf die deutsche Filmhauptstadt fiel. Dahinter steckt vielmehr konsequentes geschäftliches und kulturmissionarisches Kalkül: Bollywood strebt nach Westen. Filmproduzenten aus dem wichtigsten Produktionsland der Erde wollen ausbrechen und sich weder bei ihrer Zielgruppe noch bei den von ihnen gelieferten Filmen allein auf indische Traditionen festlegen. Khan ist einer, der diese Bewegung vorantreibt. "Wir haben viel aus dem Westen bekommen, vor allem Technik, das war enorm wichtig", sagte er unlängst in einem Interview. "Aber jetzt habe ich das Gefühl, es ist Zeit, etwas zurückzugeben."
Vor zwei Jahren präsentierte Khan auf der Berlinale den von seiner eigenen Firma Dreamz Unlimited/Red Chillies mitproduzierten Film "My Name Is Khan". Darin verzichtet er bewusst auf viele typische Bollywood-Konventionen, die indische Streifen im Westen unvermarktbar machen: minutenlange Singorgien, die die Handlung aufbrechen, völlig unvermittelte Wunder, die ihr eine neue Wendung geben.