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Merken   Drucken   20.10.2010, 19:03 Schriftgröße: AAA

Neu im Kino: Die Neustarts der Woche

In den Kinos laufen unter anderem die Filme "Wall Street: Geld schläft nicht", "This Prison where I live", "Exit through the Gift Shop" und "So spielt das Leben" an.
© Bild: 2010 AP
In den Kinos laufen unter anderem die Filme "Wall Street: Geld schläft nicht", "This Prison where I live", "Exit through the Gift Shop" und "So spielt das Leben" an.
80s-Remakes Hollywood im Retrowahn
 
Michael Douglas und Shia LaBeouf in "Wall Street: Geld ...   Michael Douglas und Shia LaBeouf in "Wall Street: Geld schläft nicht"
Unkraut vergeht nicht - auch wenn das Mobiltelefon, das Gordon Gekko nach acht Jahren Haft zurückbekommt, wie ein Fossil aus der Steinzeit wirkt. Seinem Besitzer, der wegen Insiderhandels einsaß, stehen die Dollar-Zeichen noch immer in den Augen. Oliver Stones kapitalismuskritischer Börsenthriller "Wall Street" wurde zum Kultfilm einer ganzen Generation von Brokern, Hauptdarsteller Michael Douglas als korrupter Finanzhai Gekko zur Stilikone auf dem Parkett. 23 Jahre und eine Finanzkrise später lässt Stone seinen Helden wiederauferstehen. Ein Phönix aus der Asche, ohne Hosenträger und Geld, aber um die bittere Erkenntnis reicher, dass "Gier legal ist" und familiäre Bindungen wertvoller als Aktienpakete sind. Stones Antwort auf die Finanzkrise ist so banal wie sein neuer Film enttäuschend. Wall Street, Teil zwei, besticht durch Branchenkenntnis und Starbesetzung. Die Geschichte, sentimentales Drama eines Wertewandels, überzeugt dagegen nicht immer. Dass junge Investmentbanker mit besseren Manieren und dem Glauben an grüne Energie die Welt retten könnten, ist Ausdruck eines frommen Wunsches. Dass eine Heuschrecke zum Schmetterling mutiert - geradezu absurd!
Von Katrin Kothes
Wall Street: Geld schläft nicht
USA 2010
Länge: 134 Min.
Regie: Oliver Stone
Darsteller: Michael Douglas, Shia LaBeouf, Josh Brolin, Carey Mulligan
FTD-Bewertung: 3 von 5 Punkten
Der Myanmare Zarganar ist in seinem Heimatland ein bekannter Entertainer. Doch er sitzt im Gefängnis - weil er Witze über das Regime seines Landes erzählt hat. Zarganar wurde zu einer Haftstrafe von 59 Jahren verurteilt, die zwischenzeitlich auf 35 Jahre reduziert wurde. Berührt von dieser Tragödie reisten Regisseur Rex Bloomstein und der deutsche Comedian Michael Mittermeier gemeinsam nach Myanmar, um sich für den Künstler einzusetzen. Die Dokumentation zeigt die tragische Situation eines Mannes, der als Komiker im Gefängnis landete. Und genau darin zeigt sich das Problem des Films: Die Regierung von Myanmar verhinderte jeglichen Kontakt zwischen Regisseur, Crew, Zarganar und Bevölkerung. So transportiert die Story wenig aussagekräftige Inhalte. Bloomstein versucht sich dem inhaftierten Komödianten zu nähern, indem er erneut die Stellen aufsucht, an denen sich Mittermeier bei seinem vorhergehenden Besuch mit Zarganar getroffen hat.
Von dpa
This Prison where I live
GBR 2010
Länge: 91 Min.
Regie: Rex Bloomstein
Dokumentation
FTD-Bewertung: 3 von 5 Punkten
Die fiktive Dokumentation parodiert die fließenden Grenzen ...   Die fiktive Dokumentation parodiert die fließenden Grenzen zwischen Kunst und Kommerz
Banksys Kunst ziert Fassaden und Mauern in verschiedenen Ländern. Und doch weiß niemand, wer hinter dem gefeierten Street-Art-Künstler steckt. Mit seiner fiktiven Dokumentation setzt der Brite sein bizarres Versteckspiel fort. Die Handlung der Parodie kreist um den Franzosen Thierry Guetta, einen angeblich wahrhaftigen Filmautor. Durch Guettas Augen erhält der Zuschauer Zutritt zur Welt der Straßenkünstler. Eine überraschende Wendung nimmt die Story, als Guetta sich durch Banksy dazu inspiriert fühlt, selber unter dem Pseudonym "Mr Brainwash" die Mauerwände im öffentlichen Raum zu erobern. So wird Guetta zur Hauptperson und Banksy unfreiwillig zu seinem Mentor. Fortan widmet sich der Film im Film nur noch Guettas rekordverdächtiger Karriere: Vom Street-Art-Autodidakten zum durchgedrehten Großaussteller, der mit Pop-Art-Reproduktionen zu schnellem Geld gelangt. Dieser Film ist kein blasierter Spott über den eigenen Hype, sondern eine begnadete Kunstkomödie.
Von Franziska Bossy, dpa
Exit through the Gift Shop
GBR/USA 2010
Länge: 86 Min.
Regie: Banksy
Dokumentation
FTD-Bewertung: 4 von 5 Punkten
Katherine Heigl hatte mit der Fernsehserie "Grey's Anatomy" ihren Durchbruch als Schauspielerin: Seitdem ist sie immer wieder in seichten Romanzen zu sehen. Dazu gehört auch "So spielt das Leben", in dem Heigl mit dem testosteronsprühenden Josh Duhamel anbändelt. Die harmlose US-Komödie ist zwar nett anzuschauen - wirklich witzig ist sie aber nicht. Die beiden Stars Holly Berenson (Katherine Heigl) und Eric Messer (Josh Duhamel) verbindet nur eins: ihre Freunde Alison und Peter. Ansonsten könnten die zwei nicht unterschiedlicher sein. Ein von Alison und Peter arrangiertes "Blind Date" geht gründlich daneben. Natürlich kommen sich Holly und Eric trotzdem näher. Dass einige Schwächen nicht nur von Regisseur Greg Berlanti sondern auch aus dem Skript stammen, das zwei Newcomer geschrieben haben, ist zu vermuten. Wer aber für knapp zwei Stunden mit seichter Unterhaltung abschalten will, könnte dennoch auf seine Kosten kommen.
Von Gisela Ostwald, dpa
So spielt das Leben
USA 2010
Länge: 114 Min.
Regie: Greg Berlanti
Darsteller: Katherine Heigl, Josh Duhamel, Josh Lucas
FTD-Bewertung: 2 von 5 Punkten
  • FTD.de, 20.10.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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