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Merken   Drucken   01.12.2011, 10:00 Schriftgröße: AAA

Technopolis: Smart nicht nur im Puschenkino

Hiesige Innenstädte werden in den Vorweihnachtstagen zu Schlachtplätzen, auf denen Glühwein- und Bratwurstduft die Angstschweißgerüche männlicher Geschenkesucher überdecken. Unser Autor hat die richtigen Gadgets für die Höllentage. von Sönke Jahn
Constellation-Smartphone der britischen Handy-Manufaktur Vertu   Constellation-Smartphone der britischen Handy-Manufaktur Vertu
Stets zu Diensten
"The quality remains long after the price is forgotten." Der Spruch des Autobauers Henry Royce passt zum neuen Constellation-Smartphone der britischen Handy-Manufaktur Vertu. Neben dem separaten Anrufknopf ist es nun mit Apps für Vertus Concierge-Service ausgestattet. Damit kann man von unterwegs zum Beispiel Bodyguards ­buchen oder Tipps von Sommeliers einholen. Das von Hand assemblierte Telefon aus Edelstahl und Leder hat einen kratzfesten Touchscreen und Bluetooth, Facebook- sowie Twitter-App, eine 8-Megapixel-Kamera und andere übliche Smartphone-­Extras. Es liegt schwer, aber gut in der Hand, der Verschluss für die SIM-Karte ist ein mechanisches Kleinod. So old school wie das schöne Design ist allerdings auch das Innere: Das Gerät läuft mit dem Betriebssystem Symbian der Vertu-Mutter Nokia. Die schwenkt gerade auf ­Microsoft-Software um und wird Symbian nicht mehr weiterentwickeln. Ab 4400 Euro, www.vertu.com
Fidelio-Soundsphere-Docking-Lautsprecher   Fidelio-Soundsphere-Docking-Lautsprecher
Diese beiden einäugigen Kalebassen heißen "Fidelio" - genau wie die einzige Oper von Ludwig van Beethoven. Sie gehört zum Genre der Befreiungsoper, die nach der Französischen Revolution die politische Stimmung auffing. Was das eine mit dem anderen zu tun hat? Ganz einfach: Auch die Boxen sind eine Befreiung, sie klingen schlichtweg famos. Ihr Sound ist kristallklar und selbst dann erstaunlich räumlich, wenn man nicht in der idealen Position sitzt. Dafür sorgen die Fidelio-Soundsphere-Docking-Lautsprecher mit ihren digitalen Signalprozessoren, aber auch mit ihrer Bauweise. Über den hölzernen Aktivboxen schweben Hochtöner, die den Klang in alle Richtungen abgeben. Und die vorausberechnete Krümmung der kürbisförmigen Resonanzkörper - die sogenannte Soundcurve - reduziert laut Philips Vibrationen und Verzerrungen.
Pechschwarz lackiert und auf Hochglanz poliert, dienen die Klangkünstler vornehmlich dazu, uns drahtlos mit Musik zu beschallen, und das mit einer Gesamtausgangsleistung von zwei mal 50 Watt. Denn das schicke Pärchen beherrscht die Kunst des Airplay: Abgespielt wird über das heimische W-Lan ent­weder vom Mac oder vom Windows-PC. Allerdings nur mit ­iTunes-Software, da nur sie die Airplay-Musikfunktechnologie von Apple unterstützt. Noch eleganter empfängt das System die gestreamte Musik deshalb vom iPhone, iPod Touch oder vom iPad, die mit Airplay von Haus aus kommunizieren. Sie können die Boxen aus nahezu jeder aktuellen Abspiel-App direkt ansteuern. Über eine spezielle Fidelio-App sind sogar eigene Equalizer-Einstellungen möglich. Und damit den mobilen Kürbissen nicht die Puste ausgeht, gehört eine Dockingstation für die Stromversorgung zum Paket. Ach ja, einen 3,5-Millimeter-AUX-Eingang für herkömmliche Abspielgeräte hat Fidelio auch. 1000 Euro, www.fidelio.philips.com
Mobiles Solarmodul von GP Joule   Mobiles Solarmodul von GP Joule
Minijoule wiegt 28 Kilogramm, ist gerade einmal 1,60 Meter lang und 80 Zentimeter breit - und erzeugt Ökostrom zum Eigenverbrauch. Man montiert das mobile Solarmodul einfach nur auf die beiden mitgelieferten Stahlbügel, stellt es in die Sonne und stöpselt den Stecker seines Gleichstromwechselrichters in eine vom Elektriker abgesicherte Steckdose. Schon kann man die ­eigene Solarenergie zusätzlich zum Strom aus dem öffent­lichen Netz nutzen. Das Gerät des deutschen Herstellers GP Joule erzeugt bis zu 185 Watt, bei angenommenen 1000 Sonnenstunden im Jahr senkt das die Stromrechnung um 185 Kilowattstunden. Für eine noch höhere Energieausbeute lassen sich verschiedene Module an das Starter-Set anschließen - so amortisieren sich die Anschaffungskosten in wenigen Jahren. Kein Wunder also, dass der offizielle Stromlieferant über Minijoule informiert werden will. Starterset 949 Euro, www.minijoule.de
EeeBox PC EB1501P Blu-ray von Asus   EeeBox PC EB1501P Blu-ray von Asus
Seit der letzten Funkausstellung ist nach HD und 3-D nun "Smart" die angesagte Gerätekategorie fürs Puschenkino. Smart wie Smartphone, denn so ein Smart-TV läuft mit Internet und allerhand Apps. Das ist schon sehr praktisch, doch noch viel smarter wird es, wenn man Asus' kleine ­EeeBox PC EB1501P Blu-ray an den HD-Fern­seher stöpselt. Auf diese Weise holt man sich das komplette Internet in die Stube. Der 19 mal 19 Zentimeter große Kasten ist ein kompletter, lüfterloser und damit flüster­leiser Windows-PC mit 250 Gigabyte Festplatte und Blu-ray-Laufwerk inklusive Fernbedienung. Er lässt sich aufstellen wie abgebildet: quadratisch, praktisch, gut. Oder dank der mitgelieferten Halterung elegant auf der Rückseite des Flachfernsehers verstecken. 499 Euro, www.asus.de
POP Phone des Designers David Turpin   POP Phone des Designers David Turpin
Mal angenommen, wir würden jemanden wie Elle Woods kennen und für sie ein Weihnachtsgeschenk brauchen - wem der Name gerade nichts sagt: das ist die von Reese Witherspoon gespielte, hellblonde und maniküresüchtige Harvard-Studentin aus "Natürlich blond".
Nun, da würde sich so ein stylishes POP Phone des Designers David Turpin anbieten. Man schließt es wie einen Retrotelefonhörer ans Smartphone oder Notebook. Elle Woods würde das Modell in Pink wollen zu 29, 90 Euro. Aber nur bis zu dem Moment, wo ihr diese sehr viel noblere, mit 3100 Swarovski-Kristallen besetzte Variante ins Auge spränge. Sie ist das perfekte Blond-Accessoire: 600 Euro, www.nativeunion.com
  • Aus der FTD vom 01.12.2011
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