Als Fotograf sollte man ein Auge auf sein Equipment haben. Besonders, wenn man von Primaten umgeben ist. David Slater aber passte einen Moment nicht auf – und hält nun die lustigsten Affenfotos in den Händen, die er nicht selbst gemacht hat. von Wiebke A. Kuhn
Als Tierfotograf braucht man vor allem eines: Geduld. Nur damit unsereins seine Wände etwa mit niedlichen Tigerbaby-Postern schmücken kann, liegen die, die ihr Geld damit verdienen, diese Aufnahmen zu machen, oftmals tagelang im Dschungel auf dem Boden rum. Sie begeben sich in Lebensgefahr für den perfekten Schuss. Nicht so David Slater.
Der 46-jährige britische Fotograf war neulich unterwegs auf der indonesischen Insel Sulawesi. Im dortigen Nationalpark entdeckte er eine Gruppe entzückender Makaken, drei Tage lang begleitete er die flinken Tierchen gemeinsam mit einem ortsansässigen Guide. Von Beginn an schienen sie interessiert an den Gerätschaften, die Slater mit sich herumtrug. Das ist nicht verwunderlich, wusste doch schon Alfred Edmund Brehm, Verfasser des im 19. Jahrhundert erschienenen weltbekannten Nachschlagewerkes "Brehms Thierleben", dass der Makake "neugierig in vollem Maße, der Langeweile entschieden abhold, und für jede Änderung der Lage äußerst empfänglich" sei.
Schließlich montierte Slater seine Kamera auf ein Stativ, verließ allerdings den Ort des Geschehens für eine Weile. Als er zurückkam, hatte ein Makake sich den Apparat geschnappt und alberte damit herum. Wie lustig das Ding piepte, wenn man diesen einen Knopf drückte! Wieder und wieder betätigte der Affe den Auslöser, Hunderte Aufnahmen entstanden in wenigen Minuten. Doch Slater schaffte es, dem Dieb die Kamera wieder abzunehmen.
Affenbande: David Slater, fotografiert von namenlosem Makaken
"Die meisten Aufnahmen sind völlig verschwommen", sagt der Fotograf. Auf vielen Bildern machen die Affen lustige Grimassen, "wahrscheinlich, weil sie sich im Objektiv gespiegelt und sich zum ersten Mal selbst gesehen haben", so Slater. Auch den Besitzer der Kamera haben sie erwischt (siehe Bild links).
Zweifel an der Echtheit der Aufnahmen, die auf Twitter laut wurden, wischt der Fotograf vom Tisch. Die Bilder seien wirklich so entstanden. Wahrscheinlich laden die tierischen Jungs ihre Selbstporträts grad auf Facebook hoch.
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