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Merken   Drucken   14.02.2012, 16:47 Schriftgröße: AAA

Valentinstag: Facebook weiß, was Verliebte hören

Zum Tag der Liebe veröffentlicht das Netzwerk, welche Musik sich Nutzer anhören, wenn sie ihren Beziehungsstatus ändern - ob auf "Single" oder "In einer Beziehung". Möglich macht das ein Musikdienst aus Schweden. von Eike Radszuhn
Den Verliebten und Verlassenen hat Facebook ganz tief in die Seele geschaut - über den Musikgeschmack. Zum Valentinstag veröffentlicht das Netzwerk zwei Listen mit Musiktiteln: zum einen die zehn Musiktitel, die von Usern am meisten gehört werden, welche gerade ihren Beziehungsstatus auf Facebook auf "In einer Beziehung" geändert haben; die zweite Liste ist die Top 10 der Nutzer, die seit kurzem wieder "Single" sind.
Ausgewertet hat das die Statistikabteilung der Kalifornier, und man fragt sich natürlich, woher Facebook so gut Bescheid weiß über die Musikwünsche seiner Kunden an den Eckpunkten einer Beziehung. Seit September 2011 kooperiert das Netzwerk mit der schwedischen Musik-Website "Spotify". Dort können Nutzer über das Internet Musik hören; ein Streaming-Dienst, der im Prinzip funktioniert wie das Videoportal "Youtube", nur mit Musik und professionellen Anbietern. Um sich bei "Spotify" zu registrieren, braucht man einen Facebook-Account, und wenn man nicht aufpasst, tauchen die gehörten Songs automatisch im Profil auf - so eng ist die Verbindung von Facebook und der Musikseite.
Zwischen beiden Angaben der Nutzer (geänderter Beziehungsstatus und gestreamte Musik), haben die Facebook-Statistiker eine Korrelation erstellt - anonym, natürlich, aber trotzdem erstaunlich. Gezählt wurden nur Nutzer in den USA, hierzulande ist "Spotify" (zumindest offiziell) wegen Urheberrechtsgeschichten nicht erreichbar. Aus den Daten ergeben sich drei Erkenntnisse: Erstens: Liebe verwirrt, anders lässt sich mancher Song nicht erklären. Zweitens: Wer verliebt ist, ist glücklich, wer allein ist, eher nicht. Das ist banal, aber stimmt offenbar. Drittens: Im Hause Iglesias wird man enttäuscht sein.
Zunächst die Liste der Songs, die Nutzer am meisten hören, wenn sie gerade ihren Status auf "In einer Beziehung" geändert haben. Nur zweimal taucht das Wort "Love" in den Titeln auf. Drei mal geht es darum, dass man sich super fühlt, viermal findet explizit jemand eine andere Person super. Einmal geht es nach herrschender Meinung um Drogenkonsum.
Auf Platz eins der Liste steht der Amerikaner Jason Derulo mit "Don't Wanna Go Home", einer Wumm-Wumm-Version von Harry Belafontes "Banana Boat" oder auch "Theo, mach mir ein Bananenbrot". In dem Stück besingt Derulo ein sehr frühes Stadium einer Romanze: "I just met this sexy Haitian girl / moving like a dancer / told her and her girlfriends / let's sleep in my cabana".
Wer kennt nicht die leisen Zweifel nach dem ersten Date. Ist er der Richtige, soll ich mich auf sie einlassen? Fragen, die man sich stellt, um dann genau das Falsche zu tun. Oder wie Britney Spears es sagen würde: "He's a hustler, he's no good at all / he's a loser, he's a bum". Jener Song "Criminal" ist immerhin das Lied, welches Frischverliebte am achtmeisten hören. Wer hat noch nicht gefühlt, was Frau Spears fühlt: "And this type of love is not rational, it's physical". Na dann.
Ein bisschen gefühlig wird es immerhin auf Platz zehn mit einem Titel, den Ende der 80er Tom Petty sang und den John Mayer übernahm: "Free Falling." Vielleicht etwas früh, erst den Beziehungs-Button bei Facebook zu klicken und sich dann auszumalen, wie furchtbar kompliziert alles werden wird: "She's a good girl, loves her Mama ... I'm a bad boy, 'cause I don't even miss her / I'm a bad boy for breakin' her heart". Andererseits ein Refrain, der sich prima glücksbesoffen mitgrölen lässt.
1. "Don't Wanna Go Home" von Jason Derulo
2. "Love On Top" von Beyoncé
3. "How to Love" von Lil Wayne
4. "Just The Way You Are" von Bruno Mars
5. "Good Feeling" von Flo Rida
6. "It Girl" von Jason Derulo
7. "Stereo Hearts" von Gym Class Heroes featuring Adam Levine
8. "Criminal" von Britney Spears
9. "No Sleep" von Wiz Khalifa
10. "Free Fallin'" von John Mayer
Nun zur Liste derer, die wieder auf dem Markt sind. Hier ist der Beat im Mittel weniger zackig, trotzdem geht es fröhlicher zu als gedacht. Außerdem: dreimal "Love" im Titel, mehr als bei der Turtelfraktion. Zweimal werden Vorwürfe erhoben, dreimal ziemlich gejammert. Bei einem Stück geht es um Selbstverwirklichung.
Viel logischer geht es kaum als beim Stück auf der Spitze. Dort steht "The Cave" von der britischen Band "Mumford & Sons" - wer schon einmal Liebeskummer hatte, kann den Titel nachvollziehen und auch alles, was im Folgenden vorgetragen wird: "It's empty in the valley of your heart / ... / But I will hold on hope / ... / I'll know my name as it's called again." Und so weiter.
Ansonsten gibt es grundsätzlich zwei Wege, mit einem Beziehungsende umzugehen. Variante eins: mit den Freunden feiern gehen, wie frei interpretiert in der Nummer zwei beschrieben - Drake mit "Crew Love". Da heißt es: "There's a room full of niggas / What you following me for? / .../ So, girl, what you singing for? / It's cause we blowing like a C4". Gemeint ist der Sprengstoff.
Variante zwei: Selbstmitleid. Beziehungsstatus geändert, und man weiß, was jetzt passieren wird: "It will rain", gesungen von Bruno Mars. Erster Satz: "If you ever leave me baby / leave some morphine at the door". Und das ist noch die fröhlichste Stelle. Wer das nicht abschreckend findet, muss sich die Titel übrigens nicht alle einzeln zusammensammeln. Für "Spotify"-User hat Facebook nämlich eine Playlist erstellt, die sich hintereinander weg abspielen lässt. Der hübsche Titel: "Facebook breakup mix".
1. "The Cave" von Mumford and Sons
2. "Crew Love" von Drake
3. "All of the Lights" von Kanye West
4. "Rolling in the Deep" von Adele
5. "Take Care" von Drake
6. "It Will Rain" von Bruno Mars
7. "We Found Love" von Rihanna & Calvin Harris
8. "Call It What You Want" von Foster the People
9. "Love You Like a Love Song" von Selena Gomez and the Scene
10. "Without You" von David Guetta featuring Usher
  • FTD.de, 14.02.2012
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