htsi: Was glauben Richistani denn, wie viel Geld man braucht, um auf der sicheren Seite zu sein?
Frank: Immer doppelt so viel, wie sie selbst besitzen. Das Muster habe ich bei wirklich allen festgestellt, egal ob sie 15 Mio. oder 15 Mrd. $ hatten.
htsi: Dann müssten sich jetzt viele ziemlich arm fühlen. Warren Buffett etwa hat durch die Finanzkrise 25 Mrd. $ verloren.
Frank: Viele haben Summen verloren, von denen die meisten Menschen nicht mal träumen. Ein Drittel der Wirtschaft in den USA bestand aus Finanzgeschäften, in Richistan sogar die Hälfte. Deshalb hat die Krise dort extra hart zugeschlagen. Sechs Jahre lang konnten die USA mehr Millionäre als Europa vorweisen, zum ersten Mal in der Geschichte. Jetzt führt Europa wieder, dank seiner konservativeren Ökonomie.
htsi: Kennen Sie Menschen, die es getroffen hat?
Frank: Oh ja. Tim Blixseth zum Beispiel. Er ist mit Holz- und Immobiliengeschäften reich geworden. Als ich ihn und seine Frau Edra auf ihrer Jacht in Kalifornien kennenlernte, besaßen sie 1,2 Mrd. $ und einen Ferienklub für Superreiche im Yellowstone-Park - das war während der Recherchen für mein Buch. Mittlerweile sind die beiden geschieden, ihr Yellowstone Club hat im Herbst 2008 Insolvenz angemeldet. Edra ist bankrott, sie hat nichts mehr. Bei Tim sind vielleicht noch 10, 20 Mio. $ übrig. Aber es ist nicht nur das Immobilien- und Finanzfiasko, das sie so gebeutelt hat.