Ich bin mit den Beatles und The Who aufgewachsen, mit Hendrix, den Kinks, den Stones und den Doors. Klassischer Rock ist heute noch mein Ding. Aber ich höre auch Muddy Waters und anderen alten Blues. In kleinen lauschigen Klubs fühle ich mich am wohlsten, aber wenn es mal ein größeres Konzert sein soll, dann bitte in der Radio City Music Hall. Auch so ein klassischer New Yorker Ort mit Samt, Kronleuchter und Stuck wie in den goldenen Jahren der Stadt. Ich muss allerdings zugeben, dass mir mit zunehmendem Alter große Menschenmengen eher auf die Nerven gehen. Da muss es schon ein ganz besonderer Name sein. Mick Jagger etwa. Zu Michael Jackson wäre ich natürlich auch gegangen. Ich werde es ewig bereuen, dass ich ihn nie live erlebt habe.
Was Kunst angeht, sind selbstverständlich Guggenheim und das Metropolitan Museum die Topadressen. Das Met ist unser Louvre - man kann jahrzehntelang hingehen und immer noch etwas Neues entdecken. Noch besser gefällt mir aber das Whitney Museum. Ich liebe die schlichte moderne Architektur, außerdem zeigt es immer nur das Allerbeste. Ich bin ein Fan von Pop-Art und moderner Kunst - auch in dieser Hinsicht bin ich vielleicht ein wenig in den 70ern hängen geblieben. Ich sammle selbst Kunst, habe eine Warhol- und eine Damien-Hirst-Sammlung und auch einige Basquiats. Für diese Epoche ist das Whitney unübertroffen. Ich gehe mindestens einmal pro Saison hin, um mir in Ruhe die neuen Ausstellungen anzuschauen. Meist am frühen Nachmittag zwischen zwei Terminen, wenn es nicht so voll ist. Und ich veranstalte da gern Abende. Wir sind über die Familie Estée Lauder, die das Whitney führt, eng mit dem Museum verbunden und machen deshalb mindestens drei Galadiners pro Jahr dort.
Klinkerfußboden und barsche Bedienung
Zum Essen gehe ich zwar gern in gehobene Restaurants wie eines der drei Ciprianis oder ins Pastis im Meatpacking District, wenn es mal ein französisches Bistro sein soll. Das sind aber meist Geschäftsessen. Privat ziehe ich ein Lokal auf der Upper East Side vor, das überhaupt nicht trendy ist. Es heißt Amaranth und liegt fast an der Madison Avenue. Ich gehe dort einmal pro Woche hin für ein ruhiges Dinner mit meiner Frau. Das richten wir uns immer ein, ganz egal was sonst bei mir los ist. Meine Abende sind sehr voll mit Wohltätigkeitsbällen und dergleichen, wir sind ja in allen möglichen Bereichen engagiert. Aber dieser eine Abend mit meiner Frau, der ist heilig. Das Amaranth ist perfekt dafür, sehr diskret und mit hervorragendem Service. Am allerliebsten esse ich dort den gegrillten Tintenfisch.
Ab und zu muss ich aber auch unbedingt zu Katz's Delicatessen in der Houston Street. Das mache ich schon seit 30 Jahren. Das Katz's ist ebenfalls ein Überrest des alten New York mit seinem Klinkerfußboden und der barschen Bedienung und den Pastrami-Sandwiches mit Graubrot und viel Senf, dem traditionellen Snack des alten jüdischen Einwandererviertels Lower East Side. Dazu gibt es ein Cream Soda. Das letzte Mal war ich vor ungefähr drei Monaten da. Mein Bruder und ich waren auf dem Weg zu meinem Laden in Soho, da packte uns plötzlich der Heißhunger, und wir machten einen Abstecher.