Mit denen sie sich vom restlichen Angestelltenpöbel abgrenzen, der ahnungslos grienend durch die Büroflure tappt und sich noch nie die alles entscheidende Karrierefrage gestellt hat: Klo vadis?
Das gute Klo entdeckte ich durch Zufall, als ich einmal gedankenverloren durch die Redaktion scharwenzelte und einige falsche Treppen nahm. Ich trat ein und fand ein sanitäres Xanadu. Nicht, dass mir das bis dahin bekannte schlechte Klo so übermäßig grauslig wäre - nur eine typische Bürotoilette eben, von allzu regem Gebrauch in Mitleidenschaft gezogen, mit beleidigend rudimentärer WC-Accessoire-Ausstattung und gelegentlichen rohralen Problemen.
Das gute Klo hingegen verfügt über weiches Toilettenpapier, Seife in der Duftrichtung "Wildfeige", Geruch-Ex-Spray mit behaglichem Bergseearoma. Eine "Halle der inneren Harmonie", wie die Chinesen ihre Toiletten nennen. Und in die sich - bestens! - nur sehr selten Kollegen verirren, weil nur wenige das Geheimnis kennen. Ein duftiger, flauschiger Geheimbund, zu strengstem Schweigen verpflichtet.
Die karrierefördernde Wirkung dieser Abort-Allianz sollte man keineswegs unterschätzen. Im alten Rom etwa teilten die Reichen und Mächtigen bei ihren gemeinsamen Latrinensitzungen nicht nur die Kloake, sondern knüpften dabei wichtige politische und gesellschaftliche Verbindungen. Auf einen Kalauer aus dem Themenkomplex "Geschäfte machen" werde ich an dieser Stelle mit einigem Bedauern verzichten.