Ich kann das ja verstehen. Vor Weihnachten ist so viel Nikolaus, Santa Claus, Weihnachtsmann & Co, dass man wirklich verwirrt sein kann. Neulich habe ich auf einer Autofahrt mit meinen Kindern ein Märchen im Radio gehört, das eine einfache, marktwirtschaftliche Hilfe lieferte, wie man die Herren unterscheiden kann: Santa Claus ist für Amerika zuständig, der Weihnachtsmann für Deutschland und Väterchen Frost für Russland. Sie haben die Märkte untereinander aufgeteilt. Und der Nikolaus ist ihr großer Konkurrent, weil er seine Geschenke stets früher verteilt. Als 6.-Dezember-Monopolist kann er es sich zudem leisten, auf teures Spielzeug zu verzichten und auf Äpfel und Nüsse zu setzen.
Leider ist mein zweijähriger Sohn zu klein für diese Analyse. Er war darum verwirrt, als wir neulich Santa Claus sahen, der aus dem Coca-Cola-Truck kam. Ich versuchte verzweifelt, ihm zu erklären, dass der Typ im roten Umhang nicht der Weihnachtsmann, sondern Santa Claus aus Amerika ist, der Weltmarktführer, der seinen technologischen Vorsprung ausnutzt und nicht mit dem Schlitten, sondern mit dem Laster kommt und - meinem Sohn war das egal.
Seither versuche ich, meine Kinder vor der Verwirrung zu schützen. Ich bestelle Geschenke nur noch bei der Konkurrenz, dem Christkind also, und wehre mich nicht mehr, wenn mein Sohn auf die Frage "Wer ist der Nikolaus?" antwortet: "Der Papa."
Für alle anderen: Ich habe nichts mit Weihnachten zu tun.