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07.02.2011, 15:41
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Für unterwegs:
Kaffee ohne Filter
Eine kleine Gruppe von Koffeinfanatikern bringt das Prinzip Coffee to go auf ein neues Level: Sie akzeptieren auch auf Reisen nur perfekten Kaffee - und nehmen daher stets ein komplettes Aufbrüharsenal mit.
von Svea Jörgens, Hamburg
Kaffee und belegte Brötchen haben viel gemeinsam. Sie sind fast immer und überall zu bekommen: am Kiosk, an der Autobahnraste, am Bahnhof und am Flughafen. Die Bezeichnungen für beide variieren in Abhängigkeit zum Preis: Ein Grilled Chicken Sandwich ist teurer als eine Käseschrippe, und ein Tall Double Caramel macchiato fast unbezahlbar. Aber eben nicht unbedingt besser als das Original. Und Sean Bonner möchte das Original: einen frischen Kaffee. Immer und überall.
Kalita Wasserkessel
Der US-Journalist ist besessen von Kaffee. Oder genauer: von "exzellentem Kaffee", wie er selbst sagt. Kaffee in der Filtermaschine zubereiten? Primitiv. Schnell mal ein Koffeinkick im Pappbecher? Ekelhaft. In seinen Qualitätsansprüchen ist Bonner derart kompromisslos, dass er auch auf Reisen nicht ohne die in seinen Augen perfekte Tasse Kaffee auskommen möchte. Deshalb nimmt er grundsätzlich eine komplette Brühausrüstung mit - und ist damit Teil einer neuen Szene von Kaffeemaniacs, für die das Reiseset zum Kochen eines Heißgetränks unbedingt ins Handgepäck gehört.
Dabei ist das Wörtchen "Handgepäck" entscheidend. Denn was die Stewardessen im Flugzeug als Kaffee anbieten, würde jemand wie Bonner im Leben nicht trinken. Lieber brüht er sich mit größter Sorgfalt seine eigene Tasse. Bonners Wasserkocher hat einen Universalstecker, der immer und überall einsetzbar ist. Eben auch in der Luft. "Wenn du einmal richtig guten Kaffee kosten durftest, ist es deprimierend, immer wieder diesen geschmacklosen, verbrannten Scheiß vorgesetzt zu bekommen", sagt er.
Handespressomühle von Zassenhaus
Nach jahrelangem Ausprobieren, Abwägen und Abwiegen besteht Bonners Kaffeeausrüstung für unterwegs aus folgenden Utensilien: frisch geröstete Kaffeebohnen aus Guatemala oder El Salvador, ein 700-Milliliter-Wasserkocher, eine Minihandmahlmaschine und ein extraleichter Filter aus Kunststoff. Enorm wichtig ist auch eine scheckkartengroße Waage, schließlich liegen Welten zwischen der Zubereitung mit sechs oder sieben Gramm Kaffeemehl. Sagt jedenfalls Bonner.
Mit dieser unbedingten Kaffeekonsequenz ist der Mann allerdings nicht allein. Auch in Deutschland gibt es inzwischen einige Freaks, die sich in Espressoforen und auf Conventions zusammenrotten, gemeinsam die Padmaschine verfluchen und der Aeropress huldigen - einer reisetauglichen Kaffeemaschine, mit der sich in 30 Sekunden ein angeblich makelloser Espresso zubereiten lässt.
Dass man inzwischen selbst in Städten wie Krefeld oder Gütersloh an jeder Ecke einen anständigen Latte macchiato bekommt - geschenkt. Perfektion funktioniert eben unabhängig von der örtlichen Gastronomie.
Teil 2: Die Formel für Scheißkaffee
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FTD.de, 07.02.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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