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Merken   Drucken   27.06.2009, 13:00 Schriftgröße: AAA

Funemployment: Arbeitslos und Spaß dabei  

Ist es wirklich lustig, wenn man seinen Job verliert? Anhänger des "Funemployment"-Gedankens glauben fest daran. Über Blogs geben sie einander Tipps, um die arbeitslose Zeit ganz ohne Trübsal zu genießen. von Kristina Allgöwer (Chicago)
Den Begriff "Funemployment" hörte Annie Wilkins zum ersten Mal nur wenige Minuten nach ihrer Entlassung - auf dem Weg zum Pub, um zusammen mit anderen frisch Gekündigten ihren Frust zu ertränken. "Am Anfang war ich wütend", sagt die 26-jährige Werbetexterin. Dann half ihr der psychologische Trick, der misslichen Situation einfach ein anderes Etikett aufzukleben, um ihr den Schrecken zu nehmen.
In den US-Medien ist die Wortschöpfung aus "Fun" und "Unemployment", Spaß und Arbeitslosigkeit, längst ein gängiger Begriff. Um das neue Modewort wurde gleich ein passender Trend konstruiert. "Während Millionen Amerikaner sich abmühen, um Arbeit zu finden, weil sie vor der Zwangsvollstreckung und dem Ruin stehen, haben andere die gute Seite der Wirtschaftskrise für sich entdeckt", heißt es zum Beispiel in der "Los Angeles Times". Die glücklichen, zufriedenen Arbeitslosen seien in der Regel alleinstehend und in ihren Zwanzigern und Dreißigern. Die Wochenzeitung "SF Weekly" in San Francisco schreibt: "Dies ist keine ,Lost Generation‘, sondern eine Generation, die für sich in Anspruch nimmt, sich durch den Verlust der Arbeit selbst zu finden - und dabei Spaß hat."
"Funemployment heißt, das Beste aus seiner Arbeitslosigkeit zu machen", sagt Sara Clemence, die nach ihrer Entlassung als Redakteurin beim Magazin "Portfolio" ihr Blog "Recessionwire" gegründet hat. "Einer Leidenschaft nachgehen, für die man nie Zeit hatte, Reisen, Lebensbereiche außerhalb der Karriere erforschen, Zeit mit Freunden und Familie verbringen."

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