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Merken   Drucken   09.08.2008, 10:00 Schriftgröße: AAA

Interview: "Am Ende hätte man zwei oder drei Goldatome"  

Bis heute versuchen Alchemisten, Gold herzustellen - auch in Deutschland. Der Chemiehistoriker Jost Weyer weiß, wie sie das anstellen wollen.
FTD: Herr Weyer, wie macht man Gold?
Jost Weyer: Gold ist ein Element, das kann man nicht herstellen.
FTD: Unter den 174 deutschen Alchemisten, die heute Mitglied im Forschungskreis Alchemie sind, behaupten viele das Gegenteil.
Weyer: Es gibt eben Menschen, die hartnäckig an überholten Überzeugungen festhalten. Soweit ich weiß, versuchen Alchemisten bis heute, nach den Methoden des späten Mittelalters Gold herzustellen. Nichts davon kann echtes Gold sein. Wahrscheinlich sind es bronzefarbene Verbindungen, die Zinn und Kupfer enthielten. Musivgold zum Beispiel ist ein Zinnsulfid, das komplett aus unedlen Stoffen besteht und früher für Goldmosaike verwendet wurde.
FTD: Mit welche Theorien arbeiten Alchemisten?
Weyer: Im Altertum und Mittelalter war die Lehre von Aristoteles maßgebend. Danach gibt es vier Elemente: Erde, Wasser, Feuer und Luft. Diese vier, sagt Aristoteles, lassen sich ineinander umwandeln. Gold, Blei oder Silber galten damals nicht als Elemente, sondern als Verbindungen aus den vier Elementen. Wenn man also schon die Elemente umwandeln konnte, musste das auch für die Metalle gelten.
FTD: Und wie soll das gehen?

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  • FTD.de, 09.08.2008
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