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  FTD-Serie: Analyse des Desasters

Was gestern vor einer Woche noch unvorstellbar war, ist heute Wirklichkeit: Investmentbanken implodieren, die US-Regierung verstaatlicht mit Hilfe der Fed den größten US-Versicherer und der deutsche Einlagensicherungsfonds scheint auch nicht mehr so sicher wie geglaubt. FTD.de analysiert und kommentiert die unglaublichen Vorgänge.

Merken   Drucken   08.10.2008, 18:40 Schriftgröße: AAA

Out of Office: Der Bösewicht von Lehman  

Die Investmentbanking-Blogs freuen sich über die Bestätigung des Gerüchts: Nach der Lehman-Pleite schlug ein Mitarbeiter Ex-Chef Dick Fuld ins Gesicht. Denn auf ihn projiziert sich inzwischen der gesamte Krisen-Frust. von Nikolaus Röttger
Dick Fuld  braucht sich wahrlich nicht zu wundern über den Spott und die Abneigung, die ihm im Internet entgegenschlagen. Denn was ist das für ein Chef, der sich versteckt, nachdem der eigene Laden pleitegegangen ist? Der nicht Manns genug ist, sich vor seine Mitarbeiter zu stellen? Und der jetzt am Montag vor einem Ausschuss des US-Kongresses die Schuld an der Lehman-Pleite vor allem auf andere schiebt? "Es war beschämend", sagte CNBC-Journalistin Vicki Ward nach der Anhörung. Sie könne den Lehman-Mitarbeiter, der Fuld kurz nach der Pleite ins Gesicht geschlagen hat, gut verstehen. "Ich hätte das am liebsten auch getan."
Rumms - da ist sie, die Bestätigung für eines der vielen Gerüchte, die über Richard "Dick" Fuld seit Wochen im Internet kursieren. Für die Blogger aus der Investmentbanking-Szene ist der Ex-Chef von Lehman Brothers längst zur Personifizierung des Desasters geworden. So wie jede Krise ihren Bösewicht hat, steht Fuld stellvertretend für das, was den geballten Ärger auf "die da oben" ausmacht.
Im Internet nennen sie ihn "Gorilla", ein Name, den ihm schon ehemalige Mitarbeiter gaben. Er wird auf Fotos mit dem Mafiaboss Michael Corleone aus dem Film "Der Pate" verglichen. Und das Blog Dealbreaker.com rief seine Leser dazu auf, zu dem Bild von Fuld (siehe unten) ein passendes Zitat zu finden. Unter den Vorschlägen: "Am Ende war der ganze Haufen Mist, den ich von mir gegeben habe, so hoch"; "Und dann sollte mein Flugzeug - zack - in Richtung Bali abheben, bevor jemand merkt, was los ist". Oder auch: "Heil Shitler".

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