Als Cornelia S. mit ihrem ersten Kind im siebten Monat schwanger war, reiste sie in die USA. Ihre Tochter, so wollte es die Österreicherin, sollte in Los Angeles zur Welt kommen, sie sollte Amerikanerin werden. Jeder, der auf US-Boden geboren wird, ist automatisch amerikanischer Staatsbürger, mit allen Vorteilen. "Meine Tochter hat jetzt die Möglichkeit, in den USA zu studieren und zu arbeiten", sagt die 33-Jährige, die die Geburt einst selbst organisierte. "Das kann ihr Chancen eröffnen."
Grund dafür ist ein Gesetz aus dem Jahr 1868, das einst die Rechte der Sklaven regeln sollte. Und weil viele Eltern so denken wie Cornelia S., ist dieses Gesetz inzwischen die Grundlage einer ganzen Industrie. Denn längst können schwangere Frauen bei spezialisierten Reiseveranstaltern Geburtspauschalreisen in die USA buchen, Unterkunft, medizinische Versorgung, Kindesbetreuung und Papierkram inklusive.