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22.01.2012, 17:30
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Out of Office:
Der Mann, der zum China-Visum verhilft
Ein Visum für China zu beantragen ist kompliziert. Ein New Yorker Unternehmer berät deshalb Reisewillige vor dem chinesischen Konsulat - von seinem Mietvan aus.
von Jan Henne, Hamburg
Als Kaiser Qin Shihuangdi die Chinesische Mauer baute, wollte er damit den Barbaren den Weg ins Reich der Mitte erschweren. Heute geht das ein bisschen anders. Heute erledigt das die chinesische Bürokratie.
Ob die Einreisewilligen nun alle als Barbaren gelten können, sei dahingestellt - aber wer heute ein chinesisches Visum beantragen will, muss eine Menge Hürden überwinden. So viele, dass der New Yorker Adam Humphrey auf eine einträgliche Geschäftsidee kam: Er betreibt eine Visaberatung auf Rädern, in einem Kleinbus direkt vor dem chinesischen Konsulat in New York. Die Firma läuft so gut, dass er jetzt mächtig Stress hat. Mit einem Konkurrenten.
So sehen glückliche Kunden aus: Ein China-Reisender vor dem mobilen Visaservice in New York
Auf die Idee kam Humphrey, weil er sich selbst im Behördenwust verirrte. Vor Monaten bekam der 29-Jährige zur Hochzeit eine Reise nach China geschenkt - und die endete erst mal im New Yorker Konsulat. "Ich hatte den falschen Antrag heruntergeladen, und niemand dort wollte mir helfen", sagt Humphrey. Stattdessen schickte ihn ein Sicherheitsbeamter ins nahe gelegene Junkieviertel - zu Burger King. In der Filiale dort, so hieß es, gebe es PC und Drucker. Tatsächlich fand Humphrey in der Fast-Food-Schleuder ein kleines Internetcafé. Und musste feststellen: Sämtliche Kunden starrten auf die Zettel der chinesischen Auslandsvertretung. Rund 100 Einreisewillige, bekam er zu hören, würden jeden Tag vom Konsulat weggeschickt. "Mir war klar: Den Leuten diesen grässlichen Trip zu Burger King zu ersparen ist ein Geschäftsmodell", sagt er.
Sofort rief Humphrey einen Kumpel an, mietete einen Van, stellte ein altes Sofa auf die Ladefläche, besorgte sich Laptops, Drucker und Klappstühle. Lucky Dragon Mobile Visa Consult war geboren - Hilfe für China-Reisende in gemütlicher Studentenbuden-Atmosphäre. "Am ersten Tag haben wir 37 Dollar verdient, doch schon am nächsten mussten wir Kunden wegschicken. Mit zwei Leuten war das nicht zu schaffen." Mittlerweile hat Humphrey fünf Mitarbeiter, einige davon sprechen selbst Chinesisch.
Teil 2: In Firmenkluft um Vertrauen werbend
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Aus der FTD vom 23.01.2012
© 2012 Financial Times Deutschland,
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