Einst, in einer Krise graulich, als Athene
trüb und traulich
müde nachsann über manche
Rechnung lang vergang'ner Jähr'-
da die Pleite kam gekrochen, scholl auf
einmal leis ein Pochen,
gleichwie wenn ein Fingerknochen pochte,
von der Türe her.
"S' ist ein Gläub'ger", murrt' Athene, "der
da pocht so knöchern her -
das allein - nichts weiter mehr."
Ah, sie kann's genau bestimmen: Im
Dezember war's, dem grimmen,
und der Anleih'n matt Verglimmen schuf
ein Geisterlicht so leer.
Brünstig wünscht' sie sich den Morgen; -
hatt' umsonst versucht zu borgen
von den Märkten Trost dem Sorgen, ob der
Haushalt selig wär' -
ob der Haushalt, der gefälschte, fern in
Brüssel selig wär' -
fern in Brüssel - hier nicht mehr.
Und das seidig triste Drängen in den
purpurnen Behängen
füllt', durchwühlt' sie mit Beengen, wie
sie's nie gefühlt vorher,
also dass sie den wie tollen Herzensschlag
musst' wiederholen:
"S'ist ein Gläub'ger, der mit Grollen
mahnt, dass Gelde er begehr' -
nur ein Spekulant, der drängend mahnt,
dass Gelde er begehr'; -
ja, nur das - nichts weiter mehr."
Nur ganz langsam schwand ihr Bangen,
schließlich sprach sie unbefangen:
"Gleich, mein Herr - gleich, meine Dame,
um Vergebung bitt' ich sehr;
meine Schulden ich vertuschte, und Ihr
Klopfen so fies huschte,
dass ich davor beinah kuschte, huschte
von der Türe her -
doch nun tretet ein!" - und damit riss weit
auf die Tür sie - leer!
Dunkel dort - nichts weiter mehr.
Als sie nun zurück sich wandte und die
Schuldscheine verbrannte,
hört' sie abermals ein Pochen, etwas lauter
denn vorher.
"Ah, gewiss", so sprach sie bitter, "liegt's an
meinem Fenstergitter,
schaden tat ihm's Kursgewitter jüngst - ja,
so ich's mir erklär'; -
's ist dann doch kein Geldeintreiber,
wäre wahrlich auch nicht fair; -
's ist der Wind - nichts weiter mehr.