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15.01.2012, 19:57
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Ein kaltes Millionengrab
Auf der dänischen Insel Bornholm steht seit Jahren eine EU-geförderte Skipiste - ein Paradebeispiel für Subventionswahn. Nun soll noch mehr Geld in das Projekt fließen.
von Simon Book, Hamburg
Es gibt nicht viele Leute, die den vergangenen zwei Wintern nachtrauern. Den Schneebergen und Eisflächen, die jeden Schritt vor die Tür zum Himmelfahrtskommando machten. Ole Harlid ist einer dieser wenigen. Denn das weiße Chaos, das auch seine Heimat Bornholm lahmlegte, war gut für sein Geschäft. So gut, dass er jetzt unbedingt expandieren will.
Vor fünf Jahren errichtete Harlid eine Skipiste auf der dänischen Ostseeinsel - immerhin einer der wärmsten Orte in ganz Skandinavien. Der höchste Hügel bringt es auf ärmliche 162 Meter, Schnee gibt es nur alle Jubeljahre mal. Die Europäische Union war trotzdem begeistert: Insgesamt 100.000 Euro bekam Harlid aus Brüssel und Kopenhagen. "Ich hätte selbst nie gedacht, dass die so etwas fördern würden", sagt er. Seine Geschichte ging durch die Medien, bis heute gilt die Piste in Brüssel als Lachnummer und Paradebeispiel für den Subventionswahn. Was die EU nicht davon abgehalten hat, nun noch einmal 33.000 Euro nachzuschießen.
Bornholmer Winteridylle: Die Insel erhält von der EU-Subventionen für ein Skipisten-Projekt
Warum auch nicht? Im ersten Jahr waren die Lifte nur eineinhalb Tage in Betrieb, dann folgte der eine oder andere Winter, in dem zumindest Kunstschnee liegen blieb - und dann der Rekord im letzten Jahr: 30 Tage Skibetrieb! Auf echtem Schnee!
Klar, dass nun expandiert werden muss. "Unsere Besucher wollen einen besseren Lift", sagt Harlid. Verständlich: Die drei mühsam angelegten Pisten bringen es bei 700 Meter Streckenlänge auf immerhin 38 Meter Höhendifferenz. Den Lift will er gebraucht in Österreich kaufen und nach Bornholm versetzen. Eine prima Idee, fand erneut die EU und gab das Geld frei.
Dagegen regt sich nun Widerstand. Offensichtlich achte in Brüssel niemand darauf, dass Geld auch sinnvoll ausgegeben werde, klagte Inge Gräßle, CDU-Europapolitikerin und Vorsitzende im Haushaltskontrollausschuss, in der Tageszeitung "Die Welt". Gerade bei kleineren Summen sei die EU-Kommission nachlässig.
Teil 2: Alles nach Vorschrift
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Aus der FTD vom 16.01.2012
© 2012 Financial Times Deutschland,
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