José Luis Alegría mit seiner Bettenerfindung, die Decken und Kissen vollautomatisch zurechtzupft
Mit einem interdisziplinären Team, in dem auch Elektroingenieure vertreten waren, machten sich Parodi und Alegría an die Arbeit, um die vermeintliche Schnapsidee Wirklichkeit werden zu lassen. Der Prototyp des Bettes war 2006 fertig konstruiert. Vergangenes Jahr gaben beide ihre Jobs bei einer Kabelfernsehstation und einer Werbeagentur auf, um mit zwei weiteren Kreativen ihr Unternehmen zu gründen und die Serienproduktion zu starten.
Noch ist "das Bett, das sich selbst macht", nur in Chile im Handel. "Wir suchen Fabrikanten oder Investoren, die unsere Lizenz erwerben wollen, um unsere Erfindung in Europa zu vermarkten", sagt Nino Parodi. Im Juni bringt ein US-amerikanischer Hersteller das Produkt in den Vereinigten Staaten auf den Markt. Parodi hofft, noch in diesem Jahr in Länder wie Kanada und Mexiko expandieren zu können.
Mögliche Zielgruppen für das Automatikbett sind dabei nicht nur luxusverliebte Manager, Langschläfer oder technikbegeisterte Haushaltsmuffel. Nach Parodis Ansicht könnte die Innovation vor allem für behinderte und ältere Menschen nützlich sein, die im Haushalt auf Hilfe angewiesen sind. Weil der Mechanismus auch funktioniert, während jemand im Bett liegt, bietet NextDream auch Automatikbetten für Kliniken an. Das Unternehmen arbeitet derzeit für die chilenische Regierung an einem Projekt zur Modernisierung von Krankenhausbetten. "Wir haben uns verpflichtet, unser System in rund 2500 Betten in öffentlichen Krankenhäusern einzubauen", sagt Parodi.
Wie heikel das in Deutschland wäre, zeigen die Reaktionen der Krankenhausgesellschaften. Vollautomatische Betten könnten leicht den Anschein erwecken, dass das Pflegepersonal den Patienten noch weniger Zeit und persönliche Ansprache widme. Dabei wäre eine solche Erfindung "gefragt wie warme Semmeln, wenn man damit Geld und Personal sparen könnte", schätzt ein Lobbyist für Medizintechnologie.
Auch wenn Bequemlichkeit und Effizienz für das vollautomatische BED sprechen, sollte man nicht vergessen, dass auch ein ungemachtes Bett einen gewissen Wert darstellen kann. "My Bed", ein Kunstwerk von Tracey Emin, das schlicht aus einer verlotterten Lagerstätte besteht, gewann 1999 fast den renommierten Turner Prize - und hat einen Versicherungswert von 1,5 Mio. Pfund.