Es gibt nicht viele Porträts von amerikanischen Präsidenten mit einem Pfannkuchen auf dem Kopf. Doch bei
Barack Obama ist schließlich so manches anders als bei seinen Vorgängern. Als Motiv und Muse treibt er Profi- und Hobbykünstler zu erstaunlichen Kreativitätsschüben.
Gabriel McGovern sammelt ihre Hommagen auf einer Webseite. Zunächst zeigte er auf
artofobama.com Graffiti und Sticker, die er in den Straßen Portlands, Oregon, fand: "Dabei ist politische Kunst hier sonst eher selten", sagt McGovern. Als seine Seite bekannter wurde, schickten Künstler ihm von selbst Fotos ihrer Werke.
McGoverns Sammelansatz ist streng demokratisch: Mitmachen darf jeder. Die künstlerische Qualität und die verwendeten Materialien sind eher sekundär - und entsprechend vielfältig. Herb Williams etwa hat für sein Porträt des künftigen Präsidenten 50.000 Wachsmalkreiden zerstückelt und aufgeklebt. "Ich wollte Obama gern im Wahlkampf unterstützen", sagt der Künstler, "aber Klinkenputzen ist nicht mein Ding. Dafür kann ich Wachsmaler zerhacken und daraus Kunst machen."
Dan Lacey mag es eher opulent. Der Maler, der eigentlich dem konservativen Lager angehört, porträtierte Obama mit Pfannkuchen auf dem Kopf. Ein anderes seiner Werke dürfte Freunden blumiger Börsenallegorien gefallen: Ein nackter Obama springt vom Rücken eines Einhorns, um einen Bären niederzuringen. "Gegner von Obama nennen Kunst ohnehin schon Kitsch", kommentiert er seine grotesken Szenen. Doch auch der zukünftige Präsident selbst ist skeptisch, wenn es um die Verwendung seines Kopfes geht. Im Weißen Haus wird sein Berater Gregory Craig ab Montag daher zum Kitschbeauftragten, der die Obama-Marke schützen und allzu skurrile Produkte mit seinem Konterfei verbieten soll.
Die Kunst jedoch darf bleiben. Hätte Gabriel McGovern auch eine Kunstseite für
John McCain eingerichtet? "Die eigentliche Frage ist doch: Wo ist denn die Kunst für McCain?", sagt er. "Barack Obama hat in diesem Land Künstler inspiriert wie niemand vor ihm." Und das ist ja auch Kunst. Zumindest ein Kunststück.