Ein Ultraschallbild eines ungeborenes Kindes
Nun macht ja der Gynäkologe ganz passable Ultraschallbilder, die sich vortrefflich in der Brieftasche mitführen lassen. Aber warum einen knitterigen Schwarz-Weiß-Ausdruck herumreichen, wenn man auch eine spektakuläre 3-D-Übertragung aus der Gebärmutter bieten kann? In den USA und Großbritannien laden selbstdarstellungsfreudige Eltern neuerdings zur "Fötusparty": Ein 3-D-Ultraschall wird im Wohnzimmer aufgestellt, die werdende Mutter eingegelt, und während sich die Partygäste an Sekt und Schnittchen laben, räkelt sich das Ungeborene herzallerliebst auf dem Flachbild-TV.
In den USA gehörte das Schauspielerpaar Tom Cruise und Katie Holmes zu den ersten Prominenten, die ihre Freunde zum heimischen Baby-TV luden, in England hat Stürmerstar Wayne Rooney den Trend befördert. Um die anstehende Geburt des kleinen Kai zu feiern, veranstaltete Gattin Coleen 2009 eine Fötusparty. Die Technik ließ sie sich vom Ultraschallstudio Window to the Womb liefern, eine Premiere für das Unternehmen, das - wie mehrere Anbieter in Großbritannien und den USA - sein Geschäft mit 3-D-Aufnahmen aus dem Mutterleib macht.
Die Bilder erfüllen keinen medizinischen Zweck, sie sollen Eltern helfen, eine Bindung zum Ungeborenen zu entwickeln - "Baby Bonding Studios" nennt das Unternehmen seine Niederlassungen. Hierhin können werdende Eltern ihre Freunde mitnehmen, man wirbt mit großzügigen, geschmackvoll gestalteten Aufnahmeräumen. Die Bilder und Filmchen gibt es, je nach gebuchtem Paket, als Abzüge, DVD und Schlüsselanhänger.