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Merken   Drucken   11.08.2008, 21:16 Schriftgröße: AAA

Out of Office: Topbanker im Internet bloßgestellt  

Offiziell verabschiedete sich Topbanker Steven Rattner freiwillig von Credit Suisse. Sein Abgang ist aber wohl auch die Folge einer Affäre. Rattners Nebenbuhler machte im Internet gegen ihn mobil und ruinierte so seinen Ruf. von Astrid Dörner (New York) und Nikolaus Röttger (Hamburg)
Diese Geschichte zeigt, wie Liebe, Lust und Hass alles kaputt machen können. Sie zeigt, wie schnell man seinen guten Ruf verliert und wie ein einziges Liebesabenteuer eine Karriere beendet. Auch noch Jahre später, wenn man denkt, eigentlich sei alles in Ordnung, weil man die Geliebte längst abserviert und seiner Frau alles gestanden hat: Steven Rattner, bis Anfang vergangener Woche Chef von DLJ Merchant Banking Partners, der Private-Equity-Tochter von Credit Suisse , wurde jetzt von seiner Vergangenheit eingeholt. Und zum Gespött der Wall Street.
Die Pressemitteilung von Credit Suisse zu seinem Abgang liest sich noch, als sei nichts gewesen: "Steven Rattner hat sich entschieden, die Bank nach 20 Jahren zu verlassen." Der 48-Jährige wolle mehr Zeit mit seiner Familie verbringen, hieß es. Doch dann kramt die "New York Times" die Hintergründe aus dem Internet, berichtet über Rattners ehemalige Geliebte - und wie sich jetzt, fünf Jahre später, der Ex-Mann der Affäre zu Wort meldete und im Internet eine unglaubliche Hetzkampagne gegen Rattner startete. Weil er sein Leben wieder in Ordnung bringen muss, wie der gehörnte Ehemann, der Australier Tommii Cosgrove, gegenüber der "New York Times" sagt. Denn Rattner habe "alles zerstört, was ich hatte".
Sein Ziel, sich zu rächen, erreicht Cosgrove mit zwei simplen Schritten. Schritt eins: Er beschreibt auf einer Klatschseite im Internet mit blühender Fantasie die Affäre seiner Frau, die er nur noch als "Callgirl" bezeichnet. Überschrift: "Steven Rattner hat meiner Frau 500.000 $ gezahlt, damit sie mich verlässt." Er erzählt eine ausgefeilte Geschichte, in der er Rattner mit Richard Gere in "Pretty Woman" und mit Robert Redford in "Ein unmoralisches Angebot" vergleicht. Rattner habe seine Frau mit Juwelen und Designerklamotten beschenkt, er habe sie ausgeführt, sei mit ihr nach Macau, Hongkong, Monaco, Frankreich und auf die Philippinen gereist. Auch Rattners Telefonnummern, seine E-Mail-Adresse und ein Foto von ihm stellt der gekränkte Cosgrove auf die Seite. Und das, obwohl der Designer bereits seit einem Jahr von seiner Frau geschieden ist.

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