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15.08.2011, 18:22
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Out of Office:
Verschwörer Kachelmann
Seit seinem Prozess sagt Jörg Kachelmann das Wetter nur noch in kruden Heimvideos an. Damit zieht er jetzt den Ärger der Esoterikszene auf sich.
von Lukas Schürmann, Hamburg
Über Jörg Kachelmann wusste man so einiges: dass seine Sturmfrisur jedem Orkan trotzt. Dass er beim Partnerinnenmanagement innovative Methoden nutzt (Stichwort "Lausemädchen"). Dass er trotzdem immer noch recht beliebt ist. Nur eines wusste man nicht: dass Jörg Kachelmann Teil einer Weltverschwörung ist.
Verraten hat sich Kachelmann in seinem Videoblog, wo er sonst mit selbst gemalten Karten das Wetter erklärt. Jetzt aber hat er die Existenz einer heimlichen Bedrohung angezweifelt: der Chemtrails. Seit den 1990er-Jahren warnen Esoteriker vor diesem Angriff auf die Menschheit. Nun hat sich auch Kachelmann als Teil der Verschwörung offenbart - im Internet trifft ihn jetzt der Hass der Eso-Szene.
Jörg Kachelmann in seinem Videoblog
Die Theorie in Kürze: Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum manche von Flugzeugen hinterlassenen Kondensstreifen erstaunlich lange am Himmel bleiben, während sich andere schnell auflösen? Ganz klar: Das Militär, die CIA oder die Regierung versprüht mithilfe von Flugzeugen Chemikalien. Zum Teil legen sie systematisch Muster in den Himmel, die stundenlang stehen bleiben und zu einem Todesnebel verschmelzen. Warum sie das tun? Hier gehen die Erklärungen auseinander. Um die gesamte Bevölkerung zu vergiften. Um Teile der Bevölkerung zu vergiften. Um das Klima zu beeinflussen. Oder eben einfach so.
Im Internet sammelt die Szene Belege für ihre Theorie und geißelt die "Leugner", die "ihr dummes Maul halten" sollen. Dazu zählt jetzt auch Kachelmann, der in zwei Filmen mit der Theorie aufgeräumt hat. "Es ist immer etwas problematisch, über etwas zu sprechen, das es gar nicht gibt", leitet er seinen zweiten Beitrag ein. Ob sich ein Kondensstreifen schnell oder langsam auflöst, hänge einfach davon ab, ob das Flugzeug durch trockene oder feuchte Luft fliege. Und die Muster? Ein Ergebnis des wachsenden Betriebs auf den Flugtrassen.
Teil 2: "Neonazistisch bewegte Gläubige"
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Aus der FTD vom 16.08.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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