Konstantin Neven DuMont
Auch die IP-Adresse lasse vermuten, so Niggemeier, dass die Bemerkungen von Neven DuMont kämen. Bemerkungen, die ihm "skrupellose Methoden" vorwerfen und ihn unter anderem einen "Menschenrechtsverachter" nennen. Mehr als 100 Aliasse listet er auf, die alle vom selben Rechner aus geschrieben haben sollen und sich sogar untereinander unterhielten.
Etwa am 23. September: "Was regen Sie sich auf?", schrieb da Wachmalauf um 16.17 Uhr als Antwort auf einen Beitrag Niggemeiers. "Meines Erachtens sind Sie einer der größten Lobbyisten. Sie wehren sich vehement gegen beinahe jeden wirklichen Fortschritt." 18 Minuten später bestätigte dann ein gewisser K. B. dem Kommentator: "@Wachmalauf: Gut beobachtet. Diese These kann ich bestätigen." Spöttische Kommentare von sechs weiteren Pseudo-Diskussionteilnehmern folgen direkt hintereinander.
Es ist ein gewaltiger Vorwurf, der da mitschwingt: Ein Verleger, der anonym einen mehrfach für seine Verdienste um die deutsche Medienlandschaft ausgezeichneten Blogger zu diskreditieren versucht? Noch am selben Abend nahm Neven DuMont daher Stellung und sagte dem
Branchendienst Meedia: "Sie hatten Zugang zu meinem Rechner. Im Nachhinein war das natürlich ein Fehler."
Sie, das sind laut Neven DuMont zwei Personen aus seinem Umfeld, die die Kommentare geschrieben haben. "Ich habe sie darum gebeten, keine weiteren Einträge unter meiner Mailadresse zu veröffentlichen." Gestern legte der Verlag dann nach: "Der Vorwurf, Konstantin Neven DuMont habe persönlich anonyme Kommentare gepostet, ist haltlos. Darüber hinaus sehen wir keinen Anlass, uns an den Spekulationen zu beteiligen."