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03.11.2010, 18:20
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Out of Office:
Zehn nackte Friseusen
Wer im margenschwachen Friseurgeschäft punkten will, muss sich was einfallen lassen. Ein Australier zieht deswegen seinen Mitarbeiterinnen die Blusen aus.
von Christian Cohrs, Hamburg
Das Verhältnis zwischen Friseurin und Kunde ist ja durchaus ein erotisches: Isoliert auf seinem Stuhl bleibt ihm nur, das eigene Antlitz im Spiegel einer näheren Betrachtung zu unterziehen - oder aber seine ganze Aufmerksamkeit der Friseurin zu widmen. Jener Frau also, die beim Richten seines Haares dem Manne so nahe kommt, wie es sonst intimeren Bekanntschaften vorbehalten sein dürfte. Und, machen wir uns nichts vor, natürlich bietet sich hier auch der dezente Einsatz weiblicher Attribute an, um das karge Salär durch ein üppiges Trinkgeld aufzubessern. Dieses harmlose kleine Extra wird nun in Australien zur Basis eines neuen Geschäftsmodells. Im vermutlich weltersten Oben-ohne-Salon.
Waschen, schneiden, legen: Hot Cuts ist ein Friseursalon wie jeder andere. Nur die Arbeitskluft ist etwas luftiger
"Ein Friseursalonkonzept, designt von Männern für Männer" nennt Gründer Wojtek Wasilewski seinen Laden in Sydney, für den ganz offensichtlich die Nachtklubs nebenan Pate gestanden haben: Das Geschäft mit dem vielsagenden Namen Hot Cuts und den leicht bekleideten Damen befindet sich mitten auf Sydneys Partymeile Oxford Street. "Wir suchten nach einer Nische in irgendeinem Markt", beschreibt Wasilewski die Genese der Geschäftsidee. "Es war egal, was für ein Markt das war, es musste nur ein Verlangen nach einem Angebot geben."
Das Verlangen jedenfalls, von ebenso wohlproportionierten wie entblößten Damen die Haare geschnitten zu bekommen, wird nun seit Mitte Oktober zu recht moderaten Preisen gestillt: Fasson ohne Extras gibt es schon für umgerechnet gut 20 Euro, das volle Verwöhnprogramm inklusive 20-minütiger Kopfmassage kostet knapp 50 Euro. Und wer sich nur einmal den Bart trimmen lassen möchte, dessen Begehr wird schon für weniger als 14 Euro befriedigt.
"Der typische Kunde ist ein Büroangestellter zwischen 40 und 55 Jahren aus dem Geschäftsviertel in Sydney", sagt Wasilewski. "Wir hatten aber auch schon Kunden, die eine weite Strecke gefahren sind, um unseren Salon zu besuchen." Doch auch wenn es dem einen oder anderen schwerfallen mag: Mehr als gucken ist im Hot Cuts nicht drin - eine männliche Sicherheitskraft sorgt dafür, dass die Kunden sich zu benehmen wissen.
Teil 2: Pieksende Haarreste auf der nackten Haut?
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Aus der FTD vom 04.11.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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