Layne Mosler hat mit ihrer Taxi-Food-Masche glänzende Erfahrungen gemacht
Angefangen hat alles in Buenos Aires - aus Hunger. "Ich hatte bis spätnachts Tangounterricht und nahm danach ein Taxi. Weil ich noch irgendwo etwas essen wollte, bat ich den Fahrer, mich in sein Lieblingsrestaurant zu fahren, und als ich da irgendwo in einer Seitenstraße über dem wohl besten und saftigsten Steak meines Lebens saß, wusste ich, dass ich eine verdammt gute Idee gehabt hatte."
Zwei Jahre ließ Mosler sich von Taxlern kulinarisch durch die argentinische Hauptstadt führen, bis ihr, wie sie selbst sagt, einfach "keine Worte für Rindfleisch vom Grill" mehr einfielen. Also zog die studierte Anthropologin und Enkelin eines in die USA emigrierten deutschen Metzgers nach New York. In einer Stadt, in der mehr als 13.000 Yellow Cabs herumfahren, musste es für sie als Taxigourmet ja einiges zu entdecken geben.
"Meistens esse ich hier Indisch, Pakistanisch oder Bengalisch, wenn ich mich von den Cabbies in ihre Lieblingsläden fahren lasse", erzählt Mosler, die vor Kurzem sogar einen Taxischein gemacht hat und so ab und an selbst vom Fahrersitz Ausschau nach neuen Restaurants hält. "Im Tangra Masala in Queens ist das Essen so scharf, dass man heulen könnte. Aber auch so verdammt gut!" Noch nie sei sie irgendwo gelandet, wo sie nicht hätte essen wollen. "Ich probiere alles mindestens einmal", sagt Mosler. "Okay, bei Warzenschweininnereien wäre ich vorsichtig, aber meine Jahre in Argentinien haben mich abgehärtet. Blutwurst habe ich da zum Beispiel richtig lieben gelernt."