Zum Glück gibt es noch Menschen mit Vorbildfunktion! Sie haben das gewisse Etwas, um das wir sie beneiden.
Zuschauer der Eurovision-Castingshow "Unser Star für Baku" kennen sie vornehmlich in figurbetonter Stretchgarderobe, zur Berlin Fashion Week kleidet sich die Frontfrau der Popband Frida Gold in ein sackiges Adlerleibchen aus dem Hause Boy London.
Seinen Ruf als Ausstatter moderner Enfants terribles verdankt das Label seinem höchst kreativen Umgang mit dem 1000-jährigen Federvieh: Es gibt schwarzen Adler auf weißem Stoff, weißen Adler auf schwarzem Stoff, viele kleine weiße Adler auf schwarzem Stoff und viele kleine schwarze Adler auf weißem Stoff.
Das ist so kreativ und so punk, dass Boy London inzwischen die Showgarderobe für so krasse Typen wie Rihanna oder die Rapperin Nicki Minaj schneidert, für letztere übrigens abweichend vom Lieblingstopos in rosa mit Barbie-Schriftzug.
Das wäre natürlich nichts für eine deutsche Diseuse auf dem Weg zum Defilee von Escada Sport, auch verzichtet Frau Süggeler auf die von ihren Kolleginnen bevorzugten Boy-Baseballmützen in ghettokonformer Schieflage. Die neongelbe Schlumpfmütze scheint uns indes der wohlkalkulierten Grenzüberschreitung nicht ganz zuträglich. Vielleicht macht ja mal jemand was Passendes aus einem Stahlhelm.
| Boy Eagle Sweat, über www.leavetheboyalone.com, ca. 69 Euro |