Wer so viele Hotels entwirft wie ich, sollte Hotels mögen. Tu ich aber nicht. Schon der Papierkram beim Einchecken ist mir zuwider. Danach erforsche ich jeden Bereich vom Pool bis zur Bar, und wenn etwas nicht stimmt, rede ich mit dem Manager. Als Hotelgast bin ich die Hölle! Aber mein aktuelles Projekt, das Warapuru Resort in Itacaré, mag ich schon jetzt. Dort wird man einchecken, während man auf einer Liege den ersten Mojito trinkt. Am liebsten reise ich allerdings mit meiner Gulet, einem schön hergerichteten türkischen Zweimaster. Dieses Jahr bin ich mit meinem Mann Sir Mark Weinberg von der Türkei nach Griechenland gesegelt.
Ob auf dem Boot oder in meinem Büro im Blakes Hotel: Blackberry, Faxgerät und MacBook Air stehen immer unter Strom. Wie ich. Ich kenne keinen Feierabend, fühle mich fortwährend gestresst. Gehe ich ins Restaurant, sind meistens Geschäftspartner dabei. Solche Essen arrangiere ich gern im Annabel's. Es ist ein sehr altmodisches Restaurant nur für Mitglieder, in dem sich grauhaarige Aristokraten genauso wohlfühlen wie Starlets. Luxus bedeutet für mich, morgens keine Termine zu haben und so lange zu schlafen, wie ich will. Kein Ehemann, keine Kinder, kein Personal, keine Gartenarbeit, keine Hunde ... einfach in einem dunklen Raum liegen. Aber das passiert nie. Das schaffen nur junge Menschen.
Neben unserem Landsitz in Wiltshire haben wir ein Haus in Kensington, wo wir häufig Dinnerpartys geben. Ich koche selbst, einen Koch zu haben finde ich neureich, allerdings beschäftige ich ein Hausmädchen. Lebensmittel kaufen wir immer in dem wunderschönen Laden meiner Freundin Lady Bamford. Bei ihr bekommt man die besten Bioprodukte von ganz London.
Ich bin kein Shopaholic. Das erledige ich im Vorübergehen. Mein Lieblingskaufhaus in London ist Harvey Nichols, jede Etage hat etwas zu bieten. Ich mag auch die Geschäfte von Ralph Lauren, wegen der Mode, aber besonders wegen der schönen Home Collection. Meinen Stil würde ich als klassisch mit einem Twist beschreiben. Ich trage gern Donna Karan und Calvin Klein, dazu setze ich selbst entworfene Hüte auf. Heute habe ich ein labelloses schwarzes Kleid an und gigantische Siberarmreifen von Van Cleef & Arpels. Ich finde, Schmuck macht ein Outfit erst komplett. Am liebsten lasse ich ihn mir von meinem Mann schenken.
Meine Leidenschaft sind Louis-Vuitton-Koffer und Krokodilledertaschen. 126 Stück habe ich schon gesammelt, die meisten stammen von Louis Vuitton in Paris und Andrew Nebbett, dem Antikhändler in der Church Street. Er hat auch schöne alte Möbel, genau wie all die Läden, die sich in der Lots Road in Chelsea aneinanderreihen.
Das letzte kleine Vermögen, das ich ausgegeben habe, war für eine verjüngende Stammzellenkur bei einem Arzt in Stuttgart. Ich warte immer noch auf das verjüngende Ergebnis! Ich glaube, man kann das Altern nur mit einer großen Portion Selbstironie und Humor ertragen. Nimmt man es zu ernst, ist jeder Blick in den Spiegel deprimierend. Schönheit ist ohnehin etwas, was andere in einem sehen und nicht man selbst.
WHERE I SPEND IT Antike Taschen und Möbel Andrew Nebbett, 35-37 Church Street, London, www.andrewnebbett.com; etliche Geschäfte in der Lots Road, Chelsea, London; Hotels Warapuru, Itacaré, Brasilien, www.warapuru.com; Blakes Hotel London, www.blakeshotels.com ; Mode Harvey Nichols, www.harveynichols.com; Ralph Lauren, www.ralphlauren.com; Donna Karan, www.donnakaran.com; Calvin Klein, www.calvinklein.com; Lebensmittel Daylesford Organic, 44b Pimlico Road, London, www.daylesfordorganic.com; Restaurant Annabel's, 44 Berkeley Square, London, Tel. 0044/20/76291096 Koffer Louis Vuitton, 2 Rue Pont Neuf, Paris, www.louisvuitton.com; Schmuck Van Cleef & Arpels, 9 New Bond Street, London, www.vancleef-arpels.com