"Kobe in Japan ist vielen nur wegen der Rinder ein Begriff. Doch was für den Wein die Bordeaux-Region ist, das ist für den Sake Kobe: ein sehr gutes Anbaugebiet. Unsere Gäste reagieren oft skeptisch, wenn ich ihnen Sake empfehle - und sind dann überrascht von der Qualität.
Die Herstellung von Premium-Sake ist aufwendiger als die von Wein. Der Fukuju Kobe Classic zum Beispiel trägt das Qualitätsprädikat 'Junmai Ginjo', das bedeutet, dass die Reiskörner für seine Gewinnung so stark poliert werden, dass sie rund 60 Prozent ihres Volumens verlieren. Der Kobe Classic ist trocken ausgebaut und hat eine sehr klare Struktur. Noten von Anis und Lakritz umspielen den Gaumen . Die Vielfalt der Aromen bei herausragenden Sakes ist enorm. Deshalb gestalten wir im Yu Sushi Club ein ganzes Degustationsmenü mit Sake. Es gibt Sorten mit Honig- und Karamellnoten, andere schmecken nach Lakritz oder reifen Pflaumen.
Entscheidend ist die Qualität des Reises. Für den Fukuju Kobe Classic nimmt man Yamada-Nishiki-Reis. Ein Kilogramm kann bis zu 30.000 Yen, rund 300 Euro, kosten. Die Anbaugebiete richten sich nach den besten Wasserquellen, denn obwohl es die Bezeichnung Reiswein gibt, wird Sake gebraut wie Bier. Viele Brauereien haben eine lange Tradition. Bei Fukuju in Nada, einem Dorf in Kobe, reicht sie bis 1751 zurück. Das mineralhaltige Quellwasser Miyamizu verleiht dem Fukuju Kobe Classic den klaren, kräftigen Geschmack.
Als Kind habe ich mit meinen Eltern eine Zeitlang in Japan gelebt, deswegen interessiert mich die Kultur. Doch hier in Deutschland lernen angehende Sommeliers nichts über Sake. Da habe ich mich in der Sake Sommelier Association in London schulen lassen. Immerhin stehen zwei waschechte Sushi-Meister mit sechs- bis achtjähriger Ausbildung bei uns in der Küche, und Sake ist das japanische Nationalgetränk!"
Protokoll: Isabell Michel
Alexander Predeist Sake-Sommelier im Yu Sushi Club im Hotel Grand Kameha Bonn, www.kamehagrand.com
Der Fukuju Kobe Classic ist für 33 Euro pro Flasche erhältlich unter www.japan-gourmet.com