Mit einem Mietwagen lässt sich das Urlaubsland am einfachsten erkunden, aber bei der Buchung muss man besonders aufmerksam sein. Bereits die Mietpreise für einen Wagen der gleichen Kategorie unterscheiden sich enorm. Wer nicht aufpasst, wird außerdem mit Tankkosten und überteuerten Zuschlägen hereingelegt. Aber auch zuviel Sparsamkeit kann sich rächen: Manche Mietwagen sind schrottreif, und wer an der Versicherung spart, muss bei einem Unfall mächtig draufzahlen. Die folgenden Tipps sollten Sie unbedingt beachten:
Buchen Sie Ihren Mietwagen unbedingt vor der Reise. Nur so können Sie sicher sein, den gewünschten Wagen bei Ihrem bevorzugten Vermieter zu finden. Ein Vergleichen der Preise vor Ort ist meist sehr aufwendig, online geht es einfacher. Per Internet können Sie die einzelnen Vermieter direkt aufrufen. Vergleichsportale sind allerdings ungleich einfacher aufgebaut und bieten wesentlich transparentere Informationen. Ein Preisvergleich ist unbedingt zu empfehlen, die Preisunterschiede sind enorm. Prüfen Sie auch Wochenangebote.
Wenn Sie Ihren Mietwagen über einen Onlinevermittler aussuchen und buchen, schließen Sie einen Vertrag in deutscher Sprache ab. Ein guter Vermittler weist Sie ausführlich auf Vertragsbedingungen und Versicherungsschutz hin. Bei vielen Angeboten helfen Label wie "Basispaket" oder "Bestes Paket" bei der Orientierung.
Für einen Mietwagen benötigen Sie weitere Versicherungsleistungen. Eine Vollkaskoversicherung ist ein Muss. Die Eigenbeteilung sollte möglichst niedrig sein. In Urlaubsländern sind Parkrempler an der Tagesordnung. Rechnen Sie also damit, die Selbstbeteiligung auch tatsächlich zahlen zu müssen. Sollten Sie in einen Unfall verwickelt werden, muss er von der Polizei aufgenommen werden.
Ebenfalls zu empfehlen und bei einer Buchung in Deutschland häufig Standard ist die Anhebung der ausländischen Versicherungssummen auf deutsches Niveau. Unter dem Begriff "Mallorca Police" ist diese Leistung für einen Mietwagen allerdings häufig schon in der eigenen Kfz-Haftpflichtversicherung enthalten. Auch eine Insassenschutzversicherung empfehlt sich – allein schon wegen der mancherorts sehr niedrigen Deckungssummen der gegnerischen Versicherung.
Allgemein gilt: Zusätzliche Versicherungsleistungen sind bei einer Onlinebuchung meist erheblich billiger als vor Ort. Viele Kreditkarten beinhalten eine Vollkaskoversicherung, wenn die Rechnung mit ihnen beglichen wird.
Bei großen Anbietern wie Hertz, Avis und Europcar sollten Sie vor negativen Überraschungen, was die Verkehrssicherheit der Fahrzeuge angeht, weitgehend sicher sein.
Die großen Mietwagenfirmen bieten überall relativ neue Wagen an. In Urlaubsländern muss man damit rechnen, Kratzer und Dellen am Wagen vorzufinden. Technisch sind die Fahrzeuge gut in Schuss, Laufleistungen von 10.000 Kilometern können weder Bremsen noch Reifen ruinieren.
Anders sieht es bei kleinen, lokalen Vermietern aus, die wesentlich ältere Fahrzeuge anbieten. Hier muss man zum Teil mit erheblichen Mängeln bei Lenkung, Stoßdämpfern, Bremsen und Bereifung rechnen. Einen Wagen mit offenkundigen Mängeln sollten Sie nicht akzeptieren. Bestehen Sie auf einem Tausch. Wenn Sie bei der Sicherheit kein Risiko eingehen wollen, sollten Sie sich an die großen Firmen halten.
Zu den meisten Mietwagenstationen gibt es Kundenbewertungen im Internet. Es lohnt sich, sie zu suchen und sorgfältig zu lesen. So gewinnen Sie ein eigenes Bild und sind nicht überrascht, wenn günstige Preise mit altersschwachen Modellen erkauft werden.
Der Zustand des Wagens wird bei der Übergabe protokolliert. Kontrollieren Sie, ob alle Vorschäden eingetragen sind. Nachlässigkeit führt zu unangenehmen Überraschungen. Auch wenn der Wagen bereits Schäden hat, dürfen Sie nicht sorglos mit ihm umgehen: Die Kratzer, die Sie hineinfahren, werden Ihnen berechnet.
Nicht jeder Vermieter hat sein Büro und seine Autos direkt am Flughafen. Die beworbene Lage am Flughafen kann auch bedeuten, dass dort ein Shuttle-Bus wartet. Der Transfer zum Parkplatz inklusive der Wartezeit auf andere Kunden frisst wertvolle Urlaubszeit bei der An- und Abreise. Lesen Sie die Beschreibung des Vermieters im Internet genau durch. Achten Sie auf die Ortsbeschreibung. Stehen die Fahrzeuge am Flughafen, wird damit geworben. Formulierungen wie "am Flughafen werden Sie in Empfang genommen" bedeuten, dass ein Transfer notwendig ist.
Besonders günstig sind Kleinwagen in Urlaubländern, bereits Wagen der Golfklasse können fast doppelt so teuer sein. Wagen aus den gehobenen Klassen sind deutlich teuerer. Bei Limousinen der Mittelklasse und Premium-SUVs schrumpft allerdings der Preisabstand zwischen lokalen Anbietern und internationalen Ketten.
Cabrios und Offroader sind teuer und begehrt. Sie sollten lange im voraus gebucht werden. Tagesmieten sind im Vergleich zur Wochenmiete oder Mehrtagesangeboten vergleichsweise teuer. Erkundigen Sie sich, was Sie für die Miete während des ganzen Urlaubs zahlen müssten, bevor Sie mehrmals einen Wagen für einen Tag mieten. Bring- und Abholservice zum und vom Hotel sind bequem, kosten aber extra.
Kleinwagen der Poloklasse sind häufig erheblich billiger als Mittelklassewagen oder Vans. Für eine Reisegruppe kann es sich also durchaus lohnen, zwei Kleinwagen anstelle eines größeren Fahrzeugs zu mieten.
Im Normalfall mieten Sie nur den Wagen einer bestimmten Kategorie. Abgebildet wird ein besonders hochwertiges, begehrtes Fahrzeug, bereitgestellt wird häufig etwas anderes: Lockt im Angebot ein pfiffiger Fiat 500, wird vor Ort ein kleiner Hyundai übergeben. Wenn Sie auf ein bestimmtes Fahrzeug Wert legen, sollten Sie einen Tarif wählen, der Ihnen das Modell garantiert.
Vorsicht: Die Zusammenstellung der Fahrzeuggruppen entspricht nicht den deutschen Gepflogenheiten. Auf den Balearen wird ein Fiat Croma zur oberen Mittelklasse gerechnet.
Strafzettel müssen unbedingt bezahlt werden. Wenn das "vergessen" wird, wendet sich die Polizei an die Mietwagenfirma. Der Vermieter wird die Kreditkarte mit der Buße plus eigener Bearbeitungsgebühr belasten.
Wenn vereinbart ist, den Tank gefüllt zurückzugeben, sollte das auch geschehen. Muss der Vermieter auftanken, berechnet er einen wesentlich höheren Preis. Im Mittelmeerraum gibt es allerdings auch ein anderes Verfahren: Bei Anmieten des Fahrzeugs kauft der Kunde dem Vermieter einen vollen Tank ab, der Wagen kann dafür leer zurückgegeben werden. Bei diesem Modell macht der Vermieter immer einen Schnitt, weil niemand das Fahrzeug trocken fahren wird. Richtig teuer wird es, wenn ein Wagen mit großem Tank nur wenig gefahren wird.
Erkundigen Sie sich vor der Buchung, ob Kindersitze, Dachgepäckträger und mobile Navigationsgeräte verfügbar sind und was sie zusätzlich kosten. Diese Nebenposten sind häufig sehr teuer.
Vorsicht: Wenn der Wagen an einer anderen Station abgegeben werden soll, können weitere Gebühren für die Rückgabe der Extras anfallen.
Fahrer unter 21 oder auch 25 Jahren zahlen kräftige Zuschläge bei der Vermietung. Teilweise bekommen sie sogar überhaupt keinen Wagen oder alle hochwertigen Fahrzeuge sind tabu. Sie müssen daher auf jeden Fall im Internet nach einem günstigen Anbieter suchen. Das gleiche gilt für Familien, wenn der Nachwuchs auch mal ans Steuer soll. Denn alle Fahrer müssen im Mietvertrag angegeben werden.
Wer den Wagen verspätet zurückbringt, muss meist die Miete für einen weiteren ganzen Tag bezahlen. Achtung: Ein abgeschlossener erweiterter Versicherungsschutz endet am vereinbarten Termin, bei einem Unfall danach gilt nur die Standardversicherung. Vor allem die reduzierte Selbstbeteiligung der Vollkasko gilt dann nicht mehr.
Eigentlich eine Selbstverständlichkeit: Ein normaler PKW darf nur auf befestigten Straßen bewegt werden. Schäden durch Offroad-Ausflüge am Unterboden sind meist von der Vollkaskoversicherung ausgenommen. Ähnliches gilt für Schäden am Dach, die entstehen, wenn Surfbretter einfach mit einem Spanngurt fixiert werden.
Auch in den schönsten Tagen des Jahres sollte sich niemand angetrunken ans Steuer setzen. Sie riskieren damit empfindliche Strafen. Bei einem Unfall können Sie den Versicherungsschutz verlieren.