Stellen sie sich vor, es ist Krieg, und keiner drückt ab. Allerdings nicht, weil die Soldatenausbildung nur noch pazifistische Weicheier hervorbringt, sondern weil es schlicht nichts gibt, womit sich schießen ließe. Eigentlich absurd. Wer würde Soldaten ausbilden, ohne Schusswaffen, Raketen und dergleichen mehr zu besitzen? Tatsächlich scheint jedoch die Meldung einer Münchener Beraterfirma zu belegen, dass der Hippietraum vom kriegsfreien Miteinander der Menschheit zumindest partiell wahr geworden ist.
In einem Gutachten schrieben deren Angestellte, dass drei Panzer mit Raketenwerfern auf einer Militärparade in Nordkorea das militärische Äquivalent eines Wallachs sind: nicht schussfähige Attrappen.
Was zunächst beruhigend scheint, entpuppt sich aber als Propaganda, deren Tragweite sich am besten an einem Beispiel aus der Tierwelt veranschaulichen lässt. Was würde passieren, wenn Spatzen und Amseln wüssten, dass die raubvogelförmigen Aufkleber aus schwarzer PVC-Folie auf den Panoramascheiben dieser Welt sind, was sie sind? Genau: Die Viecher würden nicht nur nicht gegen die Fenster fliegen, sondern sich völlig angstfrei den Terrassen davor nähern und sich genüsslich über dort serviertes Essen hermachen. Was bedeutet das nun für Nordkorea?
Ganz klar: Wenn Trekkingtouristen und Weltenbummler sich dem Land ohne Furcht nähern könnten, würden sie dort einfallen wie eine Horde hungriger Vögel. Sie würden unzählige Fotos machen und sie gegen Geld als Dias in Mehrzweckhallen zeigen. Sie würden launige Reiseführer schreiben, mit Tipps zu den besten Schwulenklubs. Irgendwann würden sie Poster prominenter Regimemitglieder im Warhol-Stil verlegen. Das kann niemand wollen. Deshalb hier die Klarstellung an alle Globetrotter: Egal, was irgendwelche Waffenexperten sagen - die Raketen auf dieser Militärparade, die waren echt.