Wer den Tischfußball erfand, lässt sich nicht eindeutig sagen. Es kann der Brite Harold S. Thornton gewesen sein, der 1922 das erste Patent angemeldet haben soll. Oder der Franzose Lucien Rosengart, Ingenieur bei Citroën. Er gab seinem Modell den in Frankreich heute noch gebräuchlichen Namen „Baby-Foot“. Vielleicht begann die Kickergeschichte aber auch auf der Iberischen Halbinsel, wo Alejandro Finisterre während des Spanischen Bürgerkriegs in einem Lazarett einen Fußballtisch baute, um Verletzte aufzuheitern. Er nannte ihn „Futbolín“ und meldete 1937 das Patent an. Wo und wann das Spiel auch entstand – es wurde rund um den Globus populär und brachte es vom Kneipenvergnügen zum Vereinssport mit Regeln und Meisterschaften.
Nun bereichert die französische Designschmiede Domeau & Pérès die Kickerhistorie um einen echten Hingucker: „Rock me Baby“ ist eine Kooperation mit dem Künstler Fabien Verschaere, dessen Malerei zwischen Cartoon und Streetart oszilliert. Der Tisch aus Buchenholz wird innen und außen mit Stierleder bezogen, dann zeichnet der Franzose mit Permanentmarker seine faszinierend zappeligen Motive darauf.
Und weil er diese auf die Persönlichkeit des Käufers abstimmt, braucht er Inspiration. Wer einen Kicker bestellt, muss einen Fragebogen ausfüllen. Ihr Traum vom Glück? Das größte Unglück? Man erkennt es wieder: In den Salons des 19. Jahrhunderts war der Fragebogen ein beliebtes Gesellschaftsspiel, der berühmte Antwortgeber Marcel Proust hat ihn unsterblich gemacht. Bis heute geben Prominente Auskunft darauf. Dass Verschaere nun mit Proust’scher Schützenhilfe den Tischfußball zur Kunst erhebt, ist charmant. Ob es auch die Torchancen erhöht?
Rock me Baby von Domeau & Pérès Modell Bonzini B90, Figuren aus gebürstetem und glänzendem Aluminium, Gehäuse handbemalt und signiert von Fabien Verschaere, limitiert auf 20 Stück, 150 x 95 x 100 cm, 26 000 Euro, www.domeauperes.com