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Merken   Drucken   08.11.2012, 12:00 Schriftgröße: AAA

Technopolis: Oma und Opa talken in der Mattscheibe

Bob Marleys Erben designen eine Bassbox aus Holz. Logitech bringt dem Fernseher das Skypen bei. Und unser Autor telefoniert wegen der Kälte mit seinen Handschuhen. Die Gadget-Highlights für den November im Überblick.
von Sönke Jahn
Logitechs TV Cam HD   Logitechs TV Cam HD

Freund der Familie

Muss man Skype noch erklären? Das Programm, mit dem wir kostenlos rund um die Welt telefonieren? Mit dem Väter abends vorm Bürobildschirm Gutenachtküsse verteilen - für die Kleinen daheim? Die Software steckt nun auch in Logitechs neuer TV Cam HD. Man stöpselt diese Webcam einfach per HDMI-Kabel an seinen Flachfernseher und skypt so von der Couch aus, führt Videotelefonate per W-Lan oder Internetkabel. Seinen Skype-Benutzernamen und das Kennwort gibt man nur einmal ein, dafür aber etwas umständlich per Fernbedienung auf einer Tastatur, die der TV-Bildschirm einblendet.

So charmant die Idee ist, sich mit der Großfamilie vor dem Fernseher zu versammeln, damit die Großeltern in Übersee auch mal wieder ihre Enkel zu Gesicht bekommen: So ganz überzeugen konnte mich das TV-Skypen noch nicht. Die Kamera liefert zwar ein prima Bild aus der guten Stube, aber die Software wurde für den TV-Betrieb doch arg abgespeckt. Vor allem aber fehlt mir der Ausknopf. Ich will doch nicht an jedem Fernsehabend angebimmelt werden. Circa 200 Euro, www.logitech.de

Audio-Dockingstation von The House of Marley   Audio-Dockingstation von The House of Marley

Nachhaltig drücken die Langhub-Tieftöner mir den Bass in die Eingeweide, und nachhaltig sollen auch die Materialien erzeugt sein, die in dieser Audio-Dockingstation stecken. Für die dunkle Vorderblende des 6,5-Kilo-Geräts wurde umweltfreundlich geforstetes Birkenholz verarbeitet, für die Kunststoffteile recyceltes Plastik.

Anbieter The House of Marley ist ein Unternehmen der Marley-Familie, der Witwe und der elf Kinder des Reggaemusikers Bob Marley. "Get Up, Stand Up" - so wie der Jamaikaner einst zum Aufstand rief, heißt nun die Hi-Fi-Wumme. Fünf Prozent der Erlöse sollen an die Familienstiftung 1Love gehen, die soziale und ökologische Projekte fördert. Die Station ist für iPhone, iPod und iPad gebaut, iPhone-5-Besitzer brauchen einen Adapter oder schließen es per Kopfhörerkabel an. 2 x 25 Watt, circa 300 Euro, www.thehouseofmarley.de

Loewes Fernseher Reference ID   Loewes Fernseher Reference ID

Diesen Fernseher stellt sich Alexander zu Schaumburg-Lippe demnächst auf seine Schaumburg: Loewes TV-Flaggschiff Reference ID, hier als Unikat mit Familienwappen, vom Fürsten höchstselbst entworfen. So präsentierte ihn die Firma Loewe, oberfränkischer Hersteller hochwertiger Unterhaltungselektronik, auf der diesjährigen Ifa in Berlin. Ein weiteres Unikat auf der Schau war ein Gerät mit Intarsien aus Rotfichte, gestaltet von der italienischen Klaviermanufaktur Fazioli.

Es gibt ja so viele Möglichkeiten! Der Kunde soll sich seinen Reference ID selbst individualisieren, aus dem Ferngucker einen Hingucker machen. Loewe macht dazu selbst ein paar Designvorschläge. Kunden können wählen zwischen Materialien und Farben und Stoffen für die Lautsprecherbespannung. Auch reine Eigenkreationen sollen gar kein Problem sein, wenn der Aufpreis kein Problem ist. Loewe macht gern ein Angebot.

Technisch fährt der Reference ID auf, was man von einem modernen Full-HD-LCD-Empfangsgerät erwarten kann, inklusive integrierten Lautsprechern mit satten 160 Watt: LED-Hintergrundbeleuchtung, 400-Hz-Bildfrequenz, Dual-Triple-Tuner, CI+-Schnittstelle zum HDTV-Empfang verschlüsselter Sender, eingebauter Festplattenrekorder, dessen Aufnahmen sich an andere Loewe-Fernseher streamen lassen. Als Smart-TV bietet er Internetzugang und lässt sich mit einer iPad-App steuern. Erhältlich als 40- und 46-Zoll-Modell, 2013 auch 55 Zoll. Ab 6000 Euro, www.loewe.tv

Hi-Call-Handschuhe   Hi-Call-Handschuhe

Es ist Herbst, warm eingewollt stapfen wir durch den Abendnebel, rezitieren Rilke und dann - klingelt das Handy. Also Handschuhe aus und in den Taschen wühlen. Wie viel cooler wäre es, jetzt mit der linken Hand die internationale Telefoniergeste zu machen: Daumen ans Ohr, kleiner Finger zum Mund. Das wirkt zu jeder Jahreszeit lässig und kann bei Kälte sogar funktionieren, wenn man diese Hi-Call-Handschuhe trägt.

Es gibt sie in Grau und Schwarz und in zwei Größen, für Männer und für Frauen. Im Daumen eingenäht ist ein Lautsprecher, der allerdings etwas mehr Kraft vertrüge. Im kleinen Fingerling steckt ein Mikrofon. Der Handschuh lässt sich als Freisprecher mit jedem Bluetooth-Handy koppeln. Sein Akku soll zehn Tage Stand-by- oder zehn Stunden Sprechzeit durchhalten. Smartphone-Besitzer können dank des leitfähigen Materials an der Zeigefingerspitze ihr Tatsch-Display durch den Handschuh bedienen. Circa 50 Euro, www.hi-fun.com

Mobile Cinema i50D von Aiptek   Mobile Cinema i50D von Aiptek

Googles Smartphone-Plattform Android hat sich zu einem richtigen Betriebssystem gemausert. Das wird Apple-Fans zwar weiterhin kalt lassen, allen anderen aber dürfte warm ums Herz werden bei LGs P880 Optimus 4X HD. Ein überaus erfreuliches Gerät.

Zu den vielen Vorzügen gehört eine eingebaute Acht-Megapixel-Kamera für Full-HD-Video. Der Vierkernprozessor arbeitet alle Aufgaben flott ab und stellt die Ergebnisse auf dem zwölf Zentimeter großen Display hervorragend dar. Für die Gerätekategorie läuft der Akku angenehm lang.

Nur größer dürfte das Smartphone wirklich nicht sein. Groß wie eine Tafel Schokolade liegt es in der Hand, mit kurzen Daumen kann man die bequeme Einhandbedienung leider vergessen. Unverständlich ist zudem, dass LG das Gerät immer noch mit einer veralteten Android-Version von Dezember 2011 laufen lässt, obwohl doch seit Juli 2012 die neue Android-Version 4.1.1 verfügbar ist. Circa 400 Euro, www.lg.com/de

  • FTD.de, 08.11.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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