"Wir sind am rechten Ort und tun das Richtige!", beschwor Jeff Broin, Chef einer Biospritraffinerie, seine Kollegen dort. Und fand entwicklungspsychologische Erklärungen, warum die Welt die Branche zurzeit nicht so lieb hat, wie sie es verdient.
Am Anfang sei sie wie ein Kleinkind gewesen, von allen gehätschelt. Jetzt sehe man sie eher an wie einen Teenager, mit all den "Wachstumsschmerzen". Broin musste nicht ins Detail gehen - man wusste, was er meint. Zahnspangen, Pickel, zu große Nasen, sprießende Adamsäpfel. Oder eben: Berichte über die miese Energiebilanz von Biosprit, ökologische und ethische Bedenken aller Art - ähnlich unschön wie Akne im Jugendalter.
Zu seinem Glück erkennt Jeff Broin aber nicht nur messerscharf die Problemzonen seiner pubertierenden Branche - er hat sich auch diese unvergleichliche Fähigkeit zum Träumen und zur Selbstüberschätzung bewahrt, die nur der Jugend eigen ist: Nach dem süßen Baby und dem hässlichen Teenager zeigte er ein Foto vom Mann auf dem Mond - das Potenzial seiner Branche, die Probleme der Menschheit zu lösen. "Wir sind alle Dichter", rief er, "inspiriert von Energie!"
Broins Firma hat die neue Realität schon akzeptiert. Sie wurde umgetauft von "Greentech" in "POET". Was wäre die Welt bloß ohne den Stoff, aus dem die Träume sind ...