Die Umstände hätten sich geändert, und deshalb sei eine Anpassung geboten, schreibt der Urheber der neuen Denkschule zu Beginn noch rätselhaft. Doch dann kommt er auf den Punkt, schließlich muss sein Gedankengebäude auf eine DIN-A4-Seite passen: In der Presse habe gestanden, alles werde teurer ("Mehl 50 Prozent - Butter 50 Prozent - Milch 20 Prozent"). Deshalb müsse man auch teurer werden.
Begründer dieses Ansatzes ist der Bäcker nahe der FTD-Redaktion. Veröffentlicht wurde die Theorie in der Vitrine mit den belegten Brötchen. Dennoch besticht die Logik: Wenn in der Zeitung steht, dass sich ein Preis ändern wird, dann tut er das auch. Theoretisch ist das schwer zu begründen. Empirische Belege gibt es aber zuhauf. Die Milchpreise hat der Bäcker selbst genannt.
Auch andere Preise reagieren. So deutete die FTD am 18. Juli an, dass durch die Kreditkrise die Aktienkurse unter Druck kommen dürften. Der Dax brach daraufhin um 600 Punkte ein. "Geldmarktzinsen steigen", hieß es erst am Mittwoch. Auch hier hält die Hypothese der Empirie stand.
Für einen weiteren Beleg wage ich nun ein Experiment: Die Preise für die Arbeitskraft von Wirtschaftsjournalisten werden in der nächsten Zeit massiv anziehen. Das erfuhr die FTD aus Wirtschaftsjournalistenkreisen.
So, jetzt steht es in der Zeitung. Ich warte.