Viele fürchten, dass die neuen Billionen dazu führen könnten, dass wir eine Hyperinflation bekommen und die Banken künftig die Kontoauszüge nur noch als PDF verschicken (weil das Papier für die Geldscheine benötigt wird). Zu Recht! Doch Misstrauen aufgrund von fehlender Liquidität ist viel schlimmer. Ich möchte das mit einer Anekdote belegen.
Montag rief der Kommentarchef an und fragte, ob ich diese Glosse schreiben könnte. Ich bellte: "Keine Zeit", versprach aber, bei den Kollegen von "Out of Office" nachzuhaken. Die sagten zu, und ich schrieb dem Kommentarchef: Autor gefunden. Wenige Minuten später kam ein zerknirschter Out-of-Office-Redakteur in mein Büro und sagte, sie müssten die Zusage zurückziehen. Da hatte ich den Salat.
Denn mit der Organisation hatte ich auch das Ausfallrisiko für diese Glosse übernommen. Hektisch begann ich, nach einem Autor zu suchen. Doch alle Teams hockten um diese Uhrzeit panisch auf ihren Redakteuren. Ich selbst hatte die Wahl: Entweder die Glosse abschreiben (z.B. aus der "Süddeutschen Zeitung") oder selbst schreiben. Was, glauben Sie, werde ich bei der nächsten Anfrage des Kommentarchefs machen? Eben. Ich werde ihm nicht mal mehr mein Ohr leihen. Wenn aber die Chefredaktion täglich um 16 Uhr diese Zeitung mit 1000 Milliarden Zeilen fluten würde, würden diese zwar radikal entwertet (so viele Analysen zu den G20 will ja keiner lesen). Aber immerhin wäre das Blatt voll und könnte erscheinen. Also: Schleusen auf!