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Merken   Drucken   26.07.2005, 18:57 Schriftgröße: AAA

Das Letzte: Emanzipation per E-Mail  

Während Gerhard Schröder den Weg ins Geschichtsbuch entlangstolpert, hat Angela Merkel schon Historisches vollbracht. Ja, Männer, die Rede ist mal wieder von der Frauenbewegung. von Ines Zöttl
Ohne die Spitzenkandidatin der Union hätten wir zum Beispiel nie erfahren, dass im rot-grünen Kabinett sieben Frauen sitzen. Ein gemeinsames Fotoshooting zu Ehren von Angie beweist es. Zweifellos: Diese "Weiber" würden sich ohne zu zögern für ihre Geschlechtsgenossinnen in die Bresche werfen - jedenfalls solange diese Genossinnen sind.
Zum Glück war das bisher nie nötig, weil der Mann von Doris sich ja vorbildlich für unsere Sache einsetzte. Überhaupt läuft Emanzipation ganz anders, als wir "Generation Demonstration" immer dachten. Kämpfen klar, aber das geht viel besser per E-Mail.
Renate Künast zum Beispiel erklärt von der Nordsee aus, sie sei total solidarisch mit den SPD-Kolleginnen. Respekt! Dass die Grünen in der Frauenfrage keinen Nachholbedarf haben, hat mann spätestens auf dem Wahlparteitag kapiert. Da weigerten sie sich trotz Quote, Spitzenmann Joschka Fischer eine Spitzenkandidatin an die Seite zu stellen, weil sie den Minister nicht noch mehr demütigen wollten.
Ganz vorne in der Bewegung finden sich wie gewohnt gewerkschaftsnahe Kreise. Gewandt an ihre LeserInnen versichert die AutorIn einer aktuellen WSI-Publikation empathisch, sie unterstütze die Verwendung weiblicher Sprachformen. "In diesem Beitrag wurde jedoch zugunsten der Verständlichkeit darauf verzichtet." Männer, wappnet Euch, wir kommen. Spätestens am 18. September.
  • Aus der FTD vom 27.07.2005
    © 2005 Financial Times Deutschland,
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