Die "Piraten-Partei" konnte also davon ausgehen, dass man ihr im Vorfeld der Bürgerschaftswahl am 24. Februar das Leben schwer machen würde. Rückhalt kam nur aus den eigenen Reihen: Der finanziell gebeutelte Landesverband Hessen stellte der gleichfalls klammen Hamburger Sektion seine nicht mehr benötigten Wahlplakate zur Verfügung. Doch so leicht entert kein Pirat die Hamburger Polit-Kogge: Durften die rebellischen Botschaften im konservativen Hessen an Laternenmasten hängen, so haben sie in der Hansestadt auf dem Boden zu stehen. So will es das Hamburger Wahlgesetz.
Dem regierenden Bürgermeister Ole von Beust von der reichen CDU würde so eine Lappalie nur ein Lächeln abringen - wie auf jenen Postern, auf denen sein Konterfei die Hamburger derzeit abertausendfach beglückt. Den mittellosen Polit-Freibeutern hingegen hatte die Bürokratie das Lachen vermiest. Aber sie wären nicht die Piraten von der Waterkant, wüssten sie sich nicht zu helfen: Mit Hammer, Nagel und Seeräuberschweiß verpassten sie den hessischen Freihängern hanseatische Holzfüßchen.
Die Piraten haben den Pfeffersäcken die Zähne gezeigt und tragen ihre Botschaft nun stolz in die Welt. Ein Foto auf der Website zeigt ein verlassenes Schild vor einem einsamen Baum. Darunter heißt es kokett: "Das erste Plakat steht." Harrrr!