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Merken   Drucken   12.01.2009, 18:38 Schriftgröße: AAA

Das Letzte: Kneippkur in Bad Bank  

Wozu braucht es einen Rettungsschirm für die Banken, wenn sich die Finanzkrise viel leichter kurieren lässt? von Thomas Steinmann
Hach, was würde sich der alte Bertolt Brecht freuen, wenn er das noch erleben könnte. Da stecken die Banken bis zum Hals in der Sch..., und wie wollen sie da herauskommen? Ausgerechnet mit einer neuen Bank, obwohl doch seit Brecht jeder weiß, dass die Gründung einer Bank noch viel schlimmer ist als der Einbruch in eine Bank. Immerhin, so scheint es, haben die Finanzkünstler dabei auch kein völlig reines Gewissen. Sonst würden sie das Staatsinstitut, bei dem sie ihre gesammelten Dreckspapiere abladen wollen, nicht Bad Bank nennen.
Aber halt! Kann es sein, dass wir da etwas falsch verstanden haben? Geht es vielleicht gar nicht um eine Bank, die die Bezeichnung "schlecht" im Namen führt, sondern um ein Bad, also um eine Badeanstalt? Das würde Sinn ergeben, schließlich ist ja derzeit viel zu hören, dass die Regierung mit dem Bau von Spaßbädern die Rezession ertränken will (oder so ähnlich).
Oder ist mit dem Wort Bad Bank überhaupt gar kein Begriff aus der Finanzwelt gemeint, und es geht in Wahrheit um einen Kurort namens Bad Bank - so wie Bad Salzdetfurth und Bad Rippoldsau-Schapbach?
Wenn dem so sein sollte, hätten sich die Banken richtig was gedacht. Ein mehrtägiger Kuraufenthalt hat ja schon bei anderen Krisen historischer Dimension die Lösung gebracht, wir erinnern uns nur an den Streik der Lokführer im vergangenen Jahr. Damals kurte der Oberlokführer in einem Bad am Bodensee, wenig später fuhren die Züge wieder. Es wäre gelacht, wenn sich so nicht auch die Finanzkrise kurieren ließe. Auf zur Kneippkur nach Bad Bank!
  • Aus der FTD vom 13.01.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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