Dies ist ein Geständnis, ich kann es nicht länger zurückhalten. Als ich mich vor ein paar Wochen an einem Waldsee sonnte, krabbelte eine Zecke auf mir im Begriff, sich in meine Haut zu verbeißen. Ich pustete das Blutsaugerviech nur weg, anstatt es zwischen zwei Fingernägeln zu zerquetschen. Jetzt saugt sich die Zecke aber bestimmt an anderen Menschen fett. Und ich bin schuld. Das ist viel, viel schlimmer, als seinen Teller nicht leer zu essen.
Deshalb versteckt sich seit diesem Zwischenfall nicht nur die Sonne hartnäckig. Auch die Benzinpreise sind ins Unermessliche gestiegen, damit ich mich nicht etwa durch lange Autofahrten meiner gerechten Strafe entziehen kann. Letztens an der Zapfsäule musste ich an den Schmetterling denken, der in Schanghai mit den Flügeln schlägt. Das Öl geht nicht etwa aus, kein Spekulant heizt die Preise an - ich war's! Nachts im Bett tanzt die fette Zecke vor meinen Augen, 200-$-Zeichen blinken auf ihrem Panzer.
Meine Wochenenden verbringe ich jetzt allein am Ufer von kalten Seen und warte auf die Dunkelheit. Die einzig schöne Begegnung dort sind Glühwürmchen. Die mögen schattige Sommer - sie leuchten dann besonders hell und fliegen sehr zackig. Ganz ohne Kraftstoff.
Das tröstet mich, seit die Ferienzeit begonnen hat und sonnenhungrige Menschen wegen mir im Stau stehen und ihr Geld durch den Auspuff jagen - ohne vom Wetter belohnt zu werden. Die ersten sind von der Küste schon wieder umgekehrt. Mit der EM-Niederlage habe ich übrigens nichts zu tun.