FTD.de » Meinung » Das Letzte » Mein persönlicher Öl-Albtraum

Merken   Drucken   15.07.2008, 20:10 Schriftgröße: AAA

Das Letzte: Mein persönlicher Öl-Albtraum  

Sie glauben, Spekulanten sind schuld am Ölpreis? Oder die Saudis? Ach wo - eine kleine Begegnung am Badesee vermiest Ihnen den Sommerurlaub. von Hanna Knapp
Dies ist ein Geständnis, ich kann es nicht länger zurückhalten. Als ich mich vor ein paar Wochen an einem Waldsee sonnte, krabbelte eine Zecke auf mir im Begriff, sich in meine Haut zu verbeißen. Ich pustete das Blutsaugerviech nur weg, anstatt es zwischen zwei Fingernägeln zu zerquetschen. Jetzt saugt sich die Zecke aber bestimmt an anderen Menschen fett. Und ich bin schuld. Das ist viel, viel schlimmer, als seinen Teller nicht leer zu essen.
Deshalb versteckt sich seit diesem Zwischenfall nicht nur die Sonne hartnäckig. Auch die Benzinpreise sind ins Unermessliche gestiegen, damit ich mich nicht etwa durch lange Autofahrten meiner gerechten Strafe entziehen kann. Letztens an der Zapfsäule musste ich an den Schmetterling denken, der in Schanghai mit den Flügeln schlägt. Das Öl geht nicht etwa aus, kein Spekulant heizt die Preise an - ich war's! Nachts im Bett tanzt die fette Zecke vor meinen Augen, 200-$-Zeichen blinken auf ihrem Panzer.
Meine Wochenenden verbringe ich jetzt allein am Ufer von kalten Seen und warte auf die Dunkelheit. Die einzig schöne Begegnung dort sind Glühwürmchen. Die mögen schattige Sommer - sie leuchten dann besonders hell und fliegen sehr zackig. Ganz ohne Kraftstoff.
Das tröstet mich, seit die Ferienzeit begonnen hat und sonnenhungrige Menschen wegen mir im Stau stehen und ihr Geld durch den Auspuff jagen - ohne vom Wetter belohnt zu werden. Die ersten sind von der Küste schon wieder umgekehrt. Mit der EM-Niederlage habe ich übrigens nichts zu tun.
  • Aus der FTD vom 16.07.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
  18.05. Pressestimmen zum Röttgen-Rauswurf "Angela Merkel eiskalt"
Pressestimmen zum Röttgen-Rauswurf: "Angela Merkel eiskalt"

Deutschlands Leitartikler zeigen sich verwundert über Merkels schroffe Art bei Röttgens Zwei-Minuten-Rausschmiss, erkennen dafür aber gute Gründe. Einer sieht die alte Merkel zurückkehren. mehr

 



  18:35 Deutsches Mädchen jahrelang als Sklavin gehalten
Vermischtes: Deutsches Mädchen jahrelang als Sklavin gehalten ...

In Bosnien ist ein deutsches Mädchen acht Jahre lang als Sklavin gehalten worden. mehr

Mehr zu: Bosnien, Deutsche

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote