Auch für Anfänger ist Karriere ja im Grunde ganz einfach. Vorausgesetzt: Sie "sind gut aufgestellt". Oder, noch besser: Sie "haben sich gut aufgestellt". (Sie sind ja nicht irgendein Podolski, der dem Trainer danken muss, wenn er mal nominiert wird.)
Die enorme Durchschlagskraft dieser Einsteigerformulierung ergibt sich aus dem power-grammatischen Perspektiv: Es ist eigentlich völlig egal, wer, wann, was und wo aufgestellt ist.
Entscheidend ist, dass dies der Satz vom Feldherrnhügel weit hinaus ins flache Land ist. Lassen Sie den Blick über die Bataillone Ihres Weltkonzerns oder Ihrer kleinen Ich-AG schweifen, und sagen Sie den Eigentümern stets: "Wir haben uns gut aufgestellt."
Damit niemand auf die Idee kommt, es falle Ihnen nichts mehr ein, setzen Sie am zweiten Tag die aktivierende Variante ein: "Wir müssen uns neu aufstellen." Betrachten Sie das Manöver mit Wohlgefallen.
Sollte Ihr Hügel eines Tages von fremden Mächten erobert werden, ist es allerdings wichtig, schnell den Perspektiv zu wechseln. Reden Sie nun eindringlich von den "gewachsenen Strukturen". Das ist basisnah, lässt alle Verantwortung im Dunkeln und schreckt in seiner Dschungelhaftigkeit jeden Eindringling ab. Sobald er wieder abgezogen ist, können Sie alles erneut "gut aufstellen."