Wenn es auf Erden nicht mehr weitergeht und der Himmel auch keine Lösung ist, bleibt noch ein Gestaltungsraum: dazwischen. Es war deshalb Zeit, dass der Raum endlich mal entdeckt wird - in Berlin natürlich.
Auf dem umstrittenen Flughafen Tempelhof, satte 390 Hektar groß, will der Verein Strassenhaus e.V. die "erste europäische Ökostadt" namens "ElCity" bauen. Kein ebenerdiger Verkehr, ja, nicht einmal ebenerdige Straßen, und 80 Prozent der Fläche sollen grün oder wässrig sein. Das muss das Utopia der eh latent menschenfeindlichen Ökos sein: Wir sind irgendwie da, aber man sieht uns nicht.
Es ist nun nicht gerade so, dass Berlin oder das vor allem aus Freifläche bestehende Tempelhof überbesiedelt sind. Der Berliner hat eher das Problem, Wildschweine, Füchse und ähnliches Wildgetier fernzuhalten, so einsam geht es manchmal zu.
Aber die Frage ist ja weniger, warum, sondern wohin der Verein die "ElCity"-Insassen und ihre Autos, vielleicht auch die Wildschweine steckt. Die Antwort: Sie werden gestapelt. Straßen, Parkplätze, oder auch mal Büros - einfach stapeln.
Die Idee muss aus dem Ratgeber "Vereinfache dein Leben, räum auf" stammen. Nur dass hier nicht weggeschmissen wird, wohin auch. Zudem endet die Vision zu früh: Wenn schon stapeln, dann sortiert. Über den Straßen: Parkplätze. Dann: Unternehmen. Dann: Arbeitnehmer. Dann: Politiker. Dann: Journalisten. Dann: Gastronomie. Dann: Sport. Links: Frauen. Rechts: Männer. Wildschweine und Füchse: draußen. Endlich Ordnung.