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Merken   Drucken   18.06.2009, 20:32 Schriftgröße: AAA

Das Letzte: Verbietet das Ende der Finanzkrise!  

Seit Aktienkurse steigen, US-Banken Staatsmilliarden zurückzahlen und Zombies wieder zu Zockern werden, fragen sich viele, ob sich in den Köpfen der Finanzmarktheinis überhaupt etwas geändert hat. von Horst von Buttlar
"Nö", erfahren wir nun aus gut unterrichteten Kreisen. Einige räumen ein: "War alles nur Theater. Ätsch." Manche Experten rechnen vor: "In einigen Köpfen war eh nix drin. Das hat sich nicht geändert." War diese ganze Krise etwa umsonst? Wozu haben wir das ganze Geld gedruckt und an den vielen Bankrun-Konditionstrainings teilgenommen?
Es ist nur verständlich, wenn die Politik sich nun bitter genarrt fühlt. Nicht nur, dass der Staat sich bis über beide Ohren verschuldet hat. Im Zuge des Bankenrettungsgesetzes hatte Berlin verfügt, dass in den Grundschulen schon ab der zweiten Klasse bis eine Million gerechnet wird. "Auch das war für die Katz", klagen Politiker. Die SPD überlegt nun, dass künftig erst wieder ab Klasse fünf bis eine Million gerechnet wird, allerdings nur bis zur zwölften Klasse. "Dann ist sichergestellt, dass die nie mit Millionen jonglieren, weil die gar nicht wissen, wie viel das ist", lautet die Begründung. Außerdem in Planung: eine Meldepflicht für strukturierte Finanzprodukte (auch bei Nebenwohnsitz), kein Nachtisch mehr in Kantinen von Banken sowie Überwachungskameras vor der Dax-Anzeigetafel.
Das alles ist richtig. Zur Not aber sollten wir das Ende der Finanzkrise gesetzlich verbieten. Wenn niemand, außer unseren Zweitklässlern, aus der Krise was gelernt hat, sollten wir ein paar Banken zwangsretten. Bis diese Jungs, demütig vor Liquidität, heulen.
  • Aus der FTD vom 19.06.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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