Befindet sich der Bundesaußenminister a. D. vielleicht bereits im Landeanflug zum Aufsichtsrat der ukrainischen Flugzeugwerke Antonov? Sodass er auf alte Jet-Setter-Tage mal von gleich zu gleich mit Horst Teltschik parlieren kann, dem außenpolitischen Chefberater Helmut Kohls, der heute als deutscher Repräsentant für die Amerikaner von Boeing arbeitet?
Zumindest nach oberflächlicher Recherche ist Entwarnung zu geben. Joschka Fischer bleibt sich treu, respektiert die Kleiderordnung - und wählt das Extrem. Während sein Ex-Chef Schröder ("der Größere ist Koch, der Kleinere ist Kellner") bei einem russischen Energieriesen und einem Schweizer Verlagshaus anheuerte, hat der welterfahrene Fischer seine Kenntnisse erst einmal im kleinstmöglichen Kreise versilbert: In Liechtenstein.
Wie in Vaduz das "Liechtensteiner Vaterland" berichtete, sprach Fischer dort am 1. Dezember vor über 1300 Gästen auf dem Wirtschaftsforum für die Region Liechtenstein-Werdenberg-Sarganserland-Rheintal über die aktuelle Weltlage.
Auf der Veranstaltung des Vaduzer Medienhauses wurde außerdem der Tourismusdirektor der Region Heidiland als "Beweger des Jahres" geehrt. Er habe "sein Ziel erreicht, die authentische Geschichte von Heidi wieder ins Bewusstsein zu rücken".
Ein Statement Fischers dazu ist nicht überliefert. Ein solcher Nebenjob kann aber wohl als ökologisch und politisch völlig harmlos gelten.