Der letzte Trend in der Bücherwelt war eher deprimierend: Cover-Empfehlungen wie "Das ist der beste Krimi seit der Bibel, sagt Literaturpapst XY" stammen, nach allem, was wir wissen, in der Regel von Leuten, die das Buch gar nicht gelesen haben. Eine Basis für die Kaufentscheidung im Buchladen fällt damit leider weg. Weil das offenbar bei den verunsicherten Lesern Kaufsperren auslöste, gibt es nun einen neuen Trend, der wirklich hilfreich ist: das Bonusmaterial.
Das Konzept ist einfach: "Das Buch" steht hinten im Buch, und dann steht da kurz, was so im Buch steht. Dann folgt "Das Interview", in dem steht, warum die Autorin das Buch geschrieben hat. Zum Schluss kommen "Die Themen", falls jemand verpasst hat, worum es im Buch geht. Oder "Das Buch" nicht gelesen hat. Alles auf 15 Seiten. Die kann man glatt im Buchladen lesen. Ein anderes Buch, ein österreichischer Krimi, macht es noch kürzer. Auf dem Titel steht "Für kluge Männer mit wenig Zeit". Das spart vielen Männern und vielen Frauen viel Zeit und viel Geld. Ein echter Bonus.
Im Musikgeschäft hat sich das Thema seit der Erfindung des Downloads erledigt. Bleibt das Kino. Dort wird die Entscheidung nun enorm erleichtert: Anne Will und ihre lieben Gäste diskutieren über einen RAF-Film, den noch keiner gesehen hat. In der Sendung sitzen zwei Schauspieler und der Autor, zudem werden Ausschnitte gezeigt. Den Film muss man jetzt gar nicht mehr sehen (Anne Will übrigens auch nicht). Prima Bonusmaterial.
(Interview mit der Autorin des Beitrags und Begleittext "Der Beitrag" folgen)