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Merken   Drucken   16.02.2009, 17:15 Schriftgröße: AAA

Das Letzte: Zeit für das Saftgesetz  

Man hat in den vergangenen Jahren ja deutlich gespürt, dass die Pakistaner die Nase voll hatten von der Herrschaft des Generals Pervez Musharraf. Anwälte gingen auf die Straße und forderten Demokratie. von Willi Germund
Die Generäle ließen erkennen, dass sie sich nicht weiter in der Politik verschleißen mochten und lieber ihre einträglichen Geschäfte aus den Kasernen heraus führen wollten. Vor einem Jahr gab es dann die lang ersehnten Wahlen. Die Bilanz nach einem Jahr Zivilregierung passt in zwei Zahlen: Das Parlament verabschiedete vier Gesetze. Und Präsident Asif Ali Zardari hat 63 Minister vereidigt.
Die zweite Zahl würde anderswo reichen, um ein Fußballturnier zu veranstalten. Zusätzlich muss man aber wissen, dass eines der Schlüsselministerien gar keinen Minister hat: Das Innenministerium wird von einem Beamten geleitet.
Offenbar bleibt den Politikern einfach zu wenig Zeit: Ständige Stromausfälle, die von Tag zu Tag schlimmer werden, machen es wirklich schwer nachzudenken. Einmal ist man damit beschäftigt, das Personal herumzujagen, um die Generatoren auf Trab zu halten. Zum anderen ist es sehr zeitaufwendig, sich in den Medien über die vaterlandslosen Gesellen bei privaten Stromproduzenten aufzuregen. Die erfreuen sich doch daran, auf offene Rechnungen zu verweisen, statt dem staatlichen Netzbetreiber den nötigen Saft zu liefern.
Ein Vorschlag: Wie wäre es mit einem Gesetz Nummer fünf, das verbietet, den Strom abzuschalten, und Privatunternehmer verpflichtet, die Kosten selbst zu tragen, wenn Islamabad Rechnungen nicht bezahlt?
  • Aus der FTD vom 17.02.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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