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  FTD-Serie: Krieg im Kaukasus

Das georgische Pulverfass ist explodiert: Aus dem seit Jahren schwelenden Konflikt um die abtrünnigen Provinzen Südossetien und Abchasien ist ein offener Krieg zwischen Georgien und Russland geworden. Eine FTD-Serie über das Kriegsgeschehen und die Hintergründe.

Merken   Drucken   12.08.2008, 18:50 Schriftgröße: AAA

Gastkommentar: Alexander Chramtschichin - Russlands Sieg  

Der Kreml stand in Georgien vor der Wahl, als Verräter oder Aggressor dazustehen. Er hat sich für die zweite Variante entschieden - und lag damit völlig richtig. von Alexander Chramtschichin
Michail Saakaschwilis Plan war klar: Georgiens Präsident wollte die südossetische Hauptstadt Zchinwali unter seine Kontrolle bringen, dort eine provisorische Regierung unter der Leitung des Tiflis-treuen Dmitri Sanakojew einsetzen und den Rest der abtrünnigen Republik als von Russland besetzte Zone belassen.
Wäre dies den Georgiern gelungen, dann wäre es mit Sicherheit zu einer weiteren Demoralisierung des südossetischen Volks gekommen. Auf lange Sicht hätte dies der georgischen Armee auch den weiteren Weg in den Norden geebnet.
Aber die Rechnung ging nicht auf. Georgien hat durch den Beschuss der Stadt Zchinwali mit Raketenwerfern eine unverhohlene Barbarei begangen.
Da die Georgier ihr Abenteuer nicht im Stil eines Blitzkriegs gewinnen konnten und die russischen Truppen einmarschiert sind, haben sie jede Chance auf einen Sieg verloren. Die komplette georgische Armee kommt gerade einmal auf die Schlagkraft einer einzigen russischen Infanteriedivision.
Moskau hat einen politischen Erfolg errungen. Dennoch geriet es durch den Einmarsch in eine äußerst heikle Situation. Hätte Russland von einer Invasion abgesehen, stünde es da als Verräter der Süd- und möglicherweise auch der Nordosseten. Mit dem Einmarsch hat Moskau das Risiko auf sich genommen, als Aggressor bezeichnet zu werden. Denn die russischen Truppen betraten das Territorium eines souveränen Staats, ohne dass es ein entsprechendes Mandat des Uno-Sicherheitsrats gab. Verräter oder Aggressor, tertium non datur - eine dritte Möglichkeit gibt es nicht.

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