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Wie bewerten Wissenschaftler und Fachleute die Ideen der "kreativen Zerstörer"? Kommentare und Debatten von und mit Spezialisten der Business-Schulen, die die nächste Generation Entrepreneure heranbilden. Sie wollen mehr wissen? Schicken Sie uns Ihre Frage an: zerstoerer@ftd.de

Merken   Drucken   30.11.2008, 17:32 Schriftgröße: AAA

Gastkommentar: Das Feuer des Kapitalismus  

Kaum ein Ökonom hat Krisen so drastisch beschrieben wie Joseph Schumpeter - als Kernelement einer dynamischen Wirtschaft. Im digitalen Zeitalter beschleunigt sich der Wandel noch. von Marion Weissenberger-Eibl
Der Papier- und Gummistiefelhersteller Nokia  wandelte sich zum Mobiltelefongiganten. Der Webstuhlhersteller Toyota  ist seit vielen Jahren ein führender Player auf dem Automobilmarkt. Und aus Preussag wurde TUI  - mit harten Anpassungen, die bis heute noch nicht zeigen, ob das Geschäftsmodell trägt. Ist das die "schöpferische Zerstörung", von der Joseph Schumpeter 1942 sprach? In seiner Sprache von Drohgebärden und Schwärmerei ist dies "ein Prozess der industriellen Mutation, der unaufhörlich die Wirtschaftsstruktur von innen heraus revolutioniert, unaufhörlich die alte Struktur zerstört und unaufhörlich eine neue schafft". Er spricht von "unsteten Stößen" und nennt den Kapitalismus "ein Feuer, das immer wieder mit neuem Zunder brennt und fruchtbare, wenn auch verbrannte Erde hinterlässt".
Dass wir es bei Strukturwandel beileibe nicht mit einem unüberschaubaren Ablauf und ständigen Überraschungen zu tun haben, zeigt die Zukunfts- und Clusterforschung. Wir erleben ein Moment größerer Konsequenz. Veränderungen sind zwar Zeitfresser, gut gemanagt erfüllen sie jedoch ein Unternehmen mit neuer Energie. Der Wandel von IBM  vom Hardwarehersteller zum Lösungsanbieter mit Abspaltung des Drucker- und dann des PC-Geschäfts ist hierfür ein gutes Beispiel. Auch die Veränderungen im heutigen Siemens -Konzern sehen eher nach konsequent geplantem, wenn auch schnellem Umbau aus als nach furioser Zerstörung, trotz Aufgabe von Handy- und PC-Herstellung.

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