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Merken   Drucken   11.07.2009, 10:00 Schriftgröße: AAA

Gastkommentar: Der Preis des Vertrauens  

Das deutsche Gesetz zum Anlegerschutz ist notwendig, um die Beratungsqualität zu verbessern, reicht aber nicht aus. Die Anbieter müssen dafür sorgen, dass Kunden die Produkte auch verstehen. von Horst Eich
Horst Eich ist Deutschlandchef der Fondsgesellschaft Allianz Global Investors (AGI), die nach eigenen Angaben deutschlandweit rund 300 Mrd. Euro verwaltet.
Die Enttäuschung der Anleger über die Entwicklung der Kapitalmärkte und die Unsicherheit bei der Auswahl der richtigen Anlageprodukte sitzt tief. Vor diesem Hintergrund ist das klare politische Bekenntnis zum Anlegerschutz sehr zu begrüßen, um das Vertrauen in den Kapitalmarkt wiederzugewinnen. Die Vorgaben im Anlegerschutzgesetz, das vergangene Woche vom Bundestag verabschiedet wurde, zeigen jedoch gewisse Schwachstellen. In der Praxis können sie zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.
Mut und Interesse verloren
Durch die Finanzkrise haben Anleger in Deutschland in den vergangenen Monaten oft nicht nur den Mut, sondern auch das Interesse verloren, sich mit Kapitalmarktthemen auseinanderzusetzen. Die Konsequenz ist, dass sich auch Anbieter und Berater von schwer verständlichen Finanzinnovationen abwenden, deren Risiken bis zum Beginn der Finanzkrise auch Experten oftmals unterschätzt haben. Bedauerlicherweise geht dies aber damit einher, dass sich viele Anleger von ihrer persönlichen Altersvorsorge auf Kapitalmarktbasis abwenden. Dabei ist diese Art der Vorsorge essenziell, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu erhalten.
Es ist deshalb grundsätzlich zu begrüßen, dass das neue Gesetz eine verbesserte Beratung und Dokumentation verlangt, etwa indem Beratungsprotokolle an die Kunden ausgehändigt werden. Nur so wird es gelingen, das Vertrauen in Finanzprodukte - und damit auch in Investmentfonds - zurückzugewinnen. Berater müssen diese Entwicklung als Chance für eine engere Kundenbindung auf einer qualifizierten Beratungsbasis und weniger als regulatorischen Fallstrick erkennen. Diejenigen, die das Thema Beraterqualität und -ausbildung zur Geschäftsgrundlage machen, werden gestärkt aus den aktuellen Veränderungen hervorgehen.

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  • FTD.de, 11.07.2009
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