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Merken   Drucken   13.06.2009, 11:15 Schriftgröße: AAA

Gastkommentar: Lasst das Funkhaus im Dorf  

Die öffentlich-rechtlichen Sender brauchen stärkere Einschränkungen bei der Werbung als von der Politik geplant. Ohne faire Wettbewerbsbedingungen droht eine Beschädigung der Medienvielfalt. von Tobias Schmid
Tobias Schmid ist Bereichsleiter Medienpolitik bei RTL Deutschland
Es ist ja nicht so, dass der kommerzielle Mediensektor nicht stets bereit wäre, jede noch so kleine sinnvolle Korrektur der sogenannten dualen Medienordnung voller Dankbarkeit anzunehmen.
So soll auch der beachtliche Mut der Länder nicht kleingeredet werden, der offenbar nötig ist, dem öffentlich-rechtlichen Sektor im Zuge der derzeit vorbereiteten Änderung des Rundfunkstaatsvertrags das Product-Placement und schon in vier Jahren das Sponsoring nach 20 Uhr - außer im Bereich Sport - zu untersagen.
Doch vielleicht sollte man bei all dem Aufschrei, den diese Pläne verursachen, das Funkhaus im Dorf lassen.
Um es vorweg klarzustellen: Es geht hier neben dem Verbot von Product-Placement lediglich um die Frage, ob und in welchem Umfang der mit knapp 8 Mrd. Euro Gebührenmitteln ausgestattete öffentlich-rechtliche Rundfunk auch weiterhin Werbung und Sponsoring schalten soll.
Es geht also nicht um das Sein- oder Nichtsein des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, und es geht nicht um die Dimension seines Auftrags. Die Frage ist nur, ob wir mit unserer Begeisterung über die Pläne der Medienpolitik vielleicht doch noch einen Moment warten sollten - und wir uns zuerst fragen, ob es das mit den geplanten Änderungen allen Ernstes schon gewesen sein soll.
Die Werbung ist ARD und ZDF nach 20 Uhr längst verboten. Nun soll also der Sponsoringhinweis, etwa vor dem "Tatort", untersagt werden. Der übersichtliche Trick der öffentlich-rechtlichen Kollegen, sich bisher damit rauszureden, Sponsoring sei keine Werbung, lässt all die, die sich je damit beschäftigt haben, seit Jahren fassungslos zurück.

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